Vorbei ist der wunderbare Sommer, vorbei der goldene Herbst. Die Touren im Schwarzwald, im Zürcher Oberland, im Unterland, im Jura, in den Alpen, im Appenzellerland, in Italien, Slowenien, Österreich und Frankreich sind nur noch schöne Erinnerungen.
Früher musste das Hirn aktiviert werden, um diese Erinnerungen lebendig werden zu lassen. Heute hilft uns die Technik, Garmin sei Dank. Das Gerät registriert jede Bewegung, analysiert und bewertet sie. Die Steigerung von Garmin heisst Strava und versteht sich als soziales Netzwerk der Velofahrer und Läufer. Bei Strava, auf das meine Ausfahrt hochgeladen wird, sobald mein Garmin-Gerät mit dem iPhone über ein WLAN- oder Bluetooth-Netz verbunden ist, wird noch mehr seziert. Für jede Ausfahrt finde ich Segmente, auf denen ich mich mit anderen, auch Profis wie Mark Cavendish oder Thibaut Pinot, vergleichen kann. Oder mit mir selbst, wenn ich mehrmals am gleichen Ort durchfahre. Wenn ich etwas bezahle und «Premium» löse, kann ich mich am Klassement der über 65-Jährigen erlaben. Und dabei mit etwas Sportsgeist und Wille sogar Podestplätze feiern.
Digitale Tourenplanung
Strava ermöglicht an kalten Wintertagen nicht nur einen Blick zurück, sondern auch einen nach vorn. Die Website bietet einen Routenplaner an, der vor allem in unbekannten Gebieten nützlich ist. Denn Strava denkt mit und führt mich auf jener Route von A nach B, wo die meisten Strava-Fahrer durchgefahren sind. Das sind zwar manchmal erstaunlicherweise Hauptstrassen, doch auch die Strässchen der Insider werden ausgesucht. Ich halte es so: Ich lasse Strava einen Vorschlag machen und vergleiche diesen mit einer Karte, auf der die schönsten Strässchen grün gekennzeichnet sind. Dann betrachte ich das Profil und zähle die Höhenmeter zusammen. Diese werden von Strava zwar auch ausgerechnet, doch irgendwo klemmt dort etwas. Die Erfahrung lehrt: Die Zahlen sind um 50 Prozent zu hoch. 3000 angegebene Höhenmeter sind in Wirklichkeit nur 2000. Selber rechnen macht die Aussicht erträglicher.
Über den Autor
Martin Born ist seit 45 Jahren Sportjournalist. Dem Radsport gilt sein Interesse. Daneben ist er seit 35 Jahren als passionierter Touren- und Genussradler auf der Suche nach den schönsten Passstrassen und Ausflugszielen.
Über Strava
Strava wurde als soziales Netzwerk für Velofahrerinnen und Läufer vom gleichnamigen Unternehmen mit Sitz in San Francisco gegründet. Die Plattform kann heute weltweit sowohl viele Amateure als auch Profis zu ihren Nutzern zählen. Das Basisangebot ist via App und zuhause auf dem Computer kostenlos nutzbar und erlaubt das Hochladen von gefahrenen Velotouren auf Strava, die Auswertung der Strecken sowie den Vergleich mit anderen Nutzerinnen. Geld verdient die Plattform mit dem Verkauf von «Premium»-Angeboten, die es unter anderem erlauben, detaillierte Trainingspläne zu erstellen und Leistungswerte – sofern man sie denn misst – auszuwerten.
WEITERE INFOS UNTER
www.strava.com/athletes/4383199
www.strava.com
Martin Born
16.11.2015







