Oliver Kratz ist seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich als Kameramann für öffentlich-rechtliche Sender tätig, beispielsweise den Westdeutschen Rundfunk oder das ZDF. Sein Anspruch ist gemäss eigener Aussage, mit der Kamera authentische Geschichten nah am Leben zu erzählen. Mit der Eigenproduktion «Rennradfieber», die teilweise durch Crowdfunding finanziert wurde, konnte er diesem Ansinnen nun nachgehen und es mit seiner eigenen Leidenschaft fürs Rennvelofahren verbinden.
Jedermann-Rennen und Klassiker
Anhand fünf unterschiedlicher «Radgespanne» geht Kratz der Frage nach, was die Faszination Rennvelofahren ausmacht. Alle Porträtierten sind aus Deutschland. Da ist Dennis (48), der erst mit 40 Jahren mit dem Rennvelofahren begonnen hat. Sehr schnell ist Dennis dem Rennradvirus verfallen. So sehr, dass er gar ein ambitioniertes Hobby-Rennradteam (für sogenannte Jedermann-Rennen) gründete, das mittlerweile zum zweitgrössten Deutschlands geworden ist. Der ganze Aufwand für das Team, die vielen Trainingsstunden haben Konsequenzen: Seine Frau trennt sich mit den Kindern von ihm.
Dirk (48) und Matthias (50) leben in der Nähe von Bremen und sind Mitglieder des Radclubs St. Pauli. Die beiden haben ein grosses Ziel: Sie möchten am Ötztal-Marathon teilnehmen.
Das Ehepaar Achim (59) und Ute (57) hat 2004 mit dem Velofahren begonnen. Zuvor war Achim ein starker Raucher, der bis zu 100 Zigaretten am Tag qualmte. Den Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, konnte Ute voll unterstützen. Beide setzten sich daraufhin auf das Velo. Sie begannen mit Touren um die 20 Kilometer. Heute geht es jedes Frühjahr zum Saisonauftakt nach Mallorca. So wird jeweils die Grundlage für das neue Velojahr gelegt. Derzeit kommen beide auf ein Jahrespensum von 14?000 Kilometer.
Carsten (50) und seine Frau betreiben in Düsseldorf das Café Schicke Mütze. Hier werden alte Stahlrenner aufbereitet. Die Passion für die Rennveloklassiker führt die beiden seit nunmehr sechs Jahren in die Toscana. Hier findet jeweils im Oktober das weltweit grösste Klassikerrennen, L’Eroica, statt.
Auch Wolfgang (75) ist ein «Spätzünder». Erst mit 62, als ihm das Wandern und Gehen längerer Strecken nicht mehr behagte, entdeckte er die Vorzüge des Velofahrens. Vor 15 Jahren leistete er sich zusammen mit seiner Frau und Freunden in der Provence ein Haus. Seither ist er drei- bis viermal jährlich dort. Mittlerweile ist er Mitglied des örtlichen Rennvelovereins. Sein grosses Saisonziel ist das Erklimmen des legendären Mont Ventoux.
Packend und unterhaltend
In «Rennradfieber» werden die fünf Geschichten der Protagonisten unterhaltend erzählt. Man spürt bei allen Beteiligten die Passion fürs Rennvelofahren. Aussenstehende werden sich darüber wundern, wie viel Zeit, Schweiss, Tränen und Geld sie dafür aufbringen.
DVD
«Rennradfieber»
Deutschland 2016
Drehbuch, Regie und Kamera: Oliver Kratz
Schnitt und Ton: Jan Benens
Dauer: 105 Minuten
Mitwirkende: Dennis Rössl, Dirk Teller und Matthias Langer, Achim und Ute, Carsten Wien, Wolfgang und weitere
Sprecher: Thomas Decker
Bemerkungen: Auch als Video on demand über vimeo.com erhältlich.







