Velorennen gegen Krebs

Mit «Race Against Cancer» findet Ende August die erste grosse Charity-Radtour der Krebsliga statt. Frauen und Männer befahren die alte Tremola-Pass-Strasse zwischen Airolo und Gotthardpass. Im Kampf gegen den Krebs und für die Betroffenen.

Pete Mijnssen, Chefredaktor (pete.mijnssen@velojournal.ch)
Szene, 19.05.2010

Anlässlich ihres 100-Jahre-Jubiläums will die Krebsliga die im Ausland schon länger üblichen Wohltätigkeitsrennen nun auch in der Schweiz lancieren. Als eines der Vorbilder gilt der krebskranke Holländer Peter Kapitein, der für seine Stiftung in den vergangenen Jahren schon mehrmals die legendäre Alpe d’Huez befahren hat. Kein Pappenstiel, denn der Aufstieg zum Gipfel ist knapp 14 Kilometer lang und weist eine Höhendifferenz von 1100 Metern auf. In der Schweiz hat man als Pendant die legendäre Tremola-Strecke auserkoren: Die 1823 eröffnete Strasse ist ein mit Kopfsteinpflaster ausgelegtes technisches Meisterwerk und steht unter Denkmalschutz. Während zwölf Stunden werden EinzelfahrerInnen und Teams die 15 Kilometer und 947 Höhenmeter möglichst oft bewältigen. Dafür zahlen sie ein Startgeld von je 5000 Franken, das vollumfänglich der Krebsliga zugute kommt und in Projekte zur Krebsbekämpfung fliesst. Bis Redaktionsschluss waren erst 30 Prozent der budgetierten 500000 Franken zusammen. «Es gibt also noch viel zu tun», kommentiert Projektleiter Markus Aerni.

«Jede Fahrerin und jeder Fahrer leistet mit der Teilnahme einen wichtigen Beitrag und bringt neue Hoffnung für Krebsbetroffene», so Aerni weiter. Teilnehmende und Zuschauer sind Betroffene, Angehörige und Menschen, die sich für andere starkmachen. Deshalb sind alle, die mit Ener­gie und Ausdauer für Menschen mit Krebs einstehen möchten, herzlich eingeladen, an diesem Rennen teilzunehmen. Der bisher älteste angemeldete Teilnehmer ist 85!

Markus Aerni hat schon viele Zusagen von Prominenten, unter anderem von der Kunstturnerin Ariella Kaeslin, dem Bahnfahrer Bruno Risi und der Zeitfahrerin Karin Thürig. Ob auch Fabian Cancellara mit dabei sein wird, sei noch offen. Sicher vor Ort ist Robert Dill-Bundi, der Bahn-Olympiasieger von 1980. Der 58-Jährige leidet seit 1999 selbst an einem Hirntumor, ist aber zu einem Hoffnungsträger für Krebskranke geworden. Obwohl ihm vor Jahren eine denkbar schlechte Diagnose ausgestellt wurde, hat er dank Therapie überlebt und geht mit der Krankheit überaus positiv um. Er trage sich sogar mit Auswanderungsgedanken, sagte er kürzlich der «NZZ am Sonntag».

Alle Teilnehmenden wollen mit dem Anlass an jene Menschen erinnern, die an Krebs gestorben sind, und sie wollen jene unterstützen, die heute und morgen gegen die Krankheit kämpfen. Denn «Krebs geht uns alle etwas an», unterstreicht Altbundesrat Adolf Ogi, dessen Sohn letztes Jahr mit nur 37 Jahren an Krebs starb.

Dass die Strecke gewisse Ansprüche stellt, ist Absicht: Sie soll ein Sinnbild sein für die oft kaum zu bewältigende Anstrengung, die krebskranke Menschen im Kampf gegen ihre Krankheit erbringen müssen. Dennoch sind die maximal zehn Prozent Steigung für geübte SportlerInnen und VelofahrerInnen nicht überaus anstrengend. Die Herausforderung liegt eher darin, die Strecke möglichst viele Male zu bewältigen.

Trainingslauf Ende Mai

Am 29. Mai gibt es bereits eine Möglichkeit, Waden und Beine zu trainieren. Der Verein FreiPass organisiert einen motorfahrzeugfreien Tag am Gurnigelpass: Am Vormittag bis 11 Uhr ist der Abschnitt Riffenmatt–Süfternen autofrei (siehe Kasten). Die Distanz beträgt 14 Kilometer, die Höhendifferenz rund 400 Meter. Diese Tour ist familientauglich und kann mit der Stern-Solidaritätsfahrt nach Bern kombiniert werden. n

Weitere Infos unter www.krebsliga.ch

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