Velomarkt 2009

Gemäss Statistik des Branchenverbands Velosuisse wurden 2009 in der Schweiz 349903 neue Velos verkauft, 7,3 Prozent mehr als 2008. Die Nachfrage nach Elektrobikes verdoppelte sich innert Jahresfrist.

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Schwerpunkt, 19.05.2010

Die von velosuisse, dem Verband der schweizerischen Fahrradlieferanten, veröffentlichte Statistik gibt seit Jahren zu reden. So moniert das Branchenblatt «Ride Business», dass die bei den Mitgliedern und über Schätzungen erhobenen Zahlen im Vergleich zur Zollstatis­tik viel zu tief seien. Der Zoll weist knapp mehr als 400000 importierte Velos aus. Dazu kommt die Inlandproduktion von noch 45000 Rädern. Die Differenz zwischen velosuisse-Angaben und Zollstatistik macht rund 100000 Einheiten aus, die kaum mit Spiel- und Kindervelos sowie den nicht exakt quantifizierbaren Internetkäufen und privaten Einfuhren oder Grauimporten erklärt werden können.


Verbandspräsident Andreas Gubler relativiert: Die Zollstatistik zeige die Importe auf, während der Verband die effektiven Verkäufe erfasse. Die Zollangaben seien auch ungenau, weil Velorahmen und allgemeines Zubehör oder Velos mit Hilfsmotoren dort nicht unterscheidbar seien. Zum anderen betont Gubler, dass der Verband für die neuste Erhebung viel genauere Zahlen habe als in früheren Jahren: Die sechs wichtigsten Grossverteiler und Fachmärkte sowie zwei grosse Direktvertreiber haben nämlich ihre Absatzzahlen wieder bekannt gegeben. Die Verkaufszahlen eines Selbstvertreibers und von drei Discountanbietern werden weiterhin vom Verband geschätzt.


Damit die Zahlen 2009 einen Vergleich zum Vorjahr zulassen, waren die Grossverteiler auch bereit, Zahlen aus dem Jahr 2008 nachzuliefern – was allerdings zur irritierenden Situation führt, dass es zwei unterschiedliche Statistiken für 2008 gibt.

Der Fachhandel kann Umsätze halten

Die Verkäufe von Grossverteilern und Fachmärkten schnellten auf 127585 Stück empor, was bestätigt, dass ihr Marktanteil wesentlich höher liegt, als velosuisse angab, nämlich bei 36,5 Prozent. Damit ist der Fachhandels-Anteil erstmals unter zwei Drittel gesunken – vor zehn Jahren betrug er noch 75 Prozent.

Bei stagnierenden Stückzahlen erzielte der Fachhandel aber umsatzmässig noch eine Steigerung um 20 Millionen auf 312 Millionen Franken. Zu verdanken hat die Branche dies den Elektrovelos. Doch die Grossverteiler legten viel deutlicher zu: um 27 Prozent von 56 auf 71 Millionen Franken. Ihre Stärke liegt bei den Citybikes, sie sind aber auch mit E-Bikes im Geschäft. Die Kategorie Sportvelos (Mountainbike, Cross- und Rennvelo) ist mit 194700 Einheiten (+ 1,6%) nach wie vor Stückzahlsieger.

Die Kategorie Alltagsräder mit Vollausrüstung (Licht, Gepäckträger, Kettenschutz etc.) brachte es auf 131200 Stück (+ 7,8%), während die boomenden Elektrovelos mit knapp 24000 Einheiten ihren Absatz wieder fast verdoppeln konnten.

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