David Duchovny wurde als Schauspieler in der Fernsehserie «Akte X» bekannt, wo er den FBI-Agenten Fox Mulder spielte. 2004 gab der Schauspieler mit «House of D» sein Debüt als Filmemacher. Duchovny wuchs im New Yorker Stadtteil Greenwich Village auf, und in dieser Gegend spielt auch die Haupthandlung des Films. Die Frage, wie viel Autobiographisches in «House of D» steckt, drängt sich daher auf. Der Filmemacher äusserte sich 2005 zu dieser Frage so: «… ich hatte einen Lieferjob. Aber die drei Hauptrollen sind komplett erfunden. Meine Mutter entspricht ganz und gar nicht der Mutter im Film, und einen Freund wie Pappass hatte ich leider auch nicht …»
Hobby-Triathlet Duchovny konnte für den Film viele bekannte Schauspieler verpflichten, allen voran Robin Williams («Good Morning Vietnam», «Der Club der toten Dichter», «Good Will Hunting»). Williams, der ein bekennender Velofan ist – seine Sammlung soll 60 Rennräder umfassen –, spielt Pappass, einen geistig zurückgebliebenen Hausmeister. Duchovnys Ehefrau Téa Leoni spielt im Film Mrs. Warshaw (die Mutter der Hauptfigur Tom), und Frank Langella ist für einmal kein Bösewicht, sondern als Pfarrer zu sehen. In der Rolle der Melissa ist schliesslich zum ersten Mal Robin Williams Tochter Zelda Williams in einem Film zu sehen.
Zu Beginn des Films fährt der Amerikaner Tom Warshaw (Duchovny) mit seinem Fahrrad durch die Stadt Paris. Er lebt dort bereits seit dreissig Jahren, ist verheiratet und hat einen Sohn, der an diesem Tag Geburtstag hat. Der Künstler will eigentlich mit seinem Kind eine Fahrradtour unternehmen, kommt aber viel zu spät. Er beginnt, ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu erzählen.
In seiner Jugend lebte Tom (Anton Yelchin als jugendlicher Tom) in den Siebzigerjahren im New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Sein Vater starb an Krebs. Die Mutter konnte den Tod nicht überwinden. Sie weinte sich oft in den Schlaf.
Klischees und schöne Momente
Toms bester Freund ist Pappass. Mit ihm zusammen liefert er in seiner Freizeit auf einem Transportvelo Fleisch aus. Ihr so verdientes Geld legen sie für die «bezaubernde grüne Lady» zusammen. Das Objekt der Begierde ist ein Velo und steht im Schaufenster des Greenwich Bike Shop. Das Geld verstecken sie bei der Besserungsanstalt «Women’s House of Detention». In diesem Gebäude können die Insassinnen mit den Menschen auf der Strasse sprechen. Tom freundet sich mit der geheimnisvollen Lady Bernadette (Erykah Badu) an.
Der 13-jährige Tom beginnt sich für das andere Geschlecht zu interessieren. Lady Bernadette gibt Tom dazu einige Ratschläge. Er verliebt sich in Melissa. Diese neue Entwicklung verkraftet Pappass nur schwer. Die Ereignisse überschlagen sich; Pappass stiehlt aus Eifersucht die «grüne Lady». Tom, der den Diebstahl auf sich nimmt, fliegt von der Schule, seine Mutter schluckt eine Überdosis Medikamente und fällt daraufhin in ein Koma. Tom entscheidet sich zu einem drastischen Schritt: Er flieht nach Frankreich. Nachdem der erwachsene Tom sein Geheimnis mit seiner Familie geteilt hat, endet die Story mit einem Familienausflug und dem Besuch bei Pappass in New York.
«House of D» steckt voller Klischees. Der Film hat allerdings schöne Momente und schöne Veloszenen – etwas kitschig, aber sehenswert.
«House of D», USA 2004
Regie und Drehbuch: David Duchovny
Schauspieler: Anton Yelchin (jugendlicher Tom Warshaw), Robin Williams (Pappass), Téa Leoni (Mrs. Warshaw), David Duchovny (Tom Warshaw), Frank Langella (Reverand Duncan), Zelda Williams (Melissa), Erykah Badu (Lady Bernadette)
Kamera: Michael Chapman
Schnitt: Suzy Elmiger







