«twoo» zum Dritten

In ihrem dritten Jahr konnte die Velomesse «twoo» in Basel das Publikum halten. Trotz geringerer Anzahl Shows und bei gleichbleibender Ausstelleranzahl gegenüber dem Vorjahr.

Pete Mijnssen, Chefredaktor (pete.mijnssen@velojournal.ch)
Spezial, 24.03.2010

Für die Promotion der dritten Auflage griff das Team der Zweiradmesse «twoo» tief in die Radsport-Mottenkiste. Das Sportmuseum Schweiz werde einen Original-Dopingkoffer aus den Fünfzigerjahren zeigen – diese Ankündigung verfehlte ihre Wirkung nicht: Viele Medien trugen die Meldung ins Land hinaus und verhalfen der viertägigen Fahrradausstellung im Rahmen der Basler Muba zu Publizität. Dies ist Balsam für die Ausstellungsorganisatoren, segelt diese Fachmesse doch für viele aus der Branche und für den Verband Velosuisse im Windschatten der BikeDays von Solothurn. In Solothurn tauchen zwar nur halb so viele Zuschauer auf, doch dort bietet sich die Ausstellung mit ihrem Zeltstadt-Groove als hipper Treffpunkt an. In den Basler Messehallen war das Publikum zwar weniger trendy, doch die rund 33000 Besucherinnen und Besucher (im Jahr zuvor waren es 35000) interessierten sich für die vielen präsentierten Stadt- und Elektrofahrräder.

Bei den Sonderausstellungen gab es Lichtblicke und Enttäuschungen. Eine Trouvaille war die kleine, feine Fixie-Ausstellung, die aber leider schlecht ausgeleuchtet und beschriftet war. Die an sich interessante Oldtimer-Ausstellung des Sportmuseums Schweiz war dagegen eine lieblose Aneinanderreihung von Modellen. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die Smart-Move-Ausstellung der Sammlung Embacher in Wien, aber auch eine bescheidenere Ausstellung vor ein paar Jahren in der Roten Fabrik in Zürich machten es besser.
Originell waren auch dieses Jahr wieder die Parcours für die Jüngsten bis Jungen: vom BMX-Flatlanders übers Bikepolo bis hin zum Laufradparcours. Solche Teststrecken und Spielmöglichkeiten entsprechen einem Bedürfnis, wenngleich auch hier kühl industrielles Ambiente herrschte. Beim E-Bike-Parcours war immer etwas los, und der helle Flyer-Stand lockte viele Interessierte an.

Branche zufrieden bis begeistert

Mit der «twoo» zufrieden ist Simon Brülisauer von Biketec. Philip Douglas von Simpel spricht von «enorm interessierten Besuchern» und besseren Abschlüssen als im Vorjahr. Dies kann auch der Basler Tobias Gütlin bestätigen, dessen schön gestalteter Stand sich vom Gros der restlichen «Zeltstadt» abhob. Den Publikums-Mix von Muba-Besuchern und Familien bezeichnen alle als gut, sowohl die Aussteller als auch Chris­tine Kern von der Messeleitung. Den Vorwurf, die «twoo» sei nur ein Anhängsel der Muba, mag Philip Douglas nicht gelten lassen. Im Gegenteil: «Es ist doch ein Privileg, neben der Muba an einer Velomesse ausstellen zu dürfen», bringt er seine Meinung auf den Punkt.

Aussteller wie Messeleitung sind sich einig, dass die «twoo» einem Bedürfnis entspricht. Wenn die letzten Schwachpunkte verbessert werden können und die Branche noch zahlreicher mitmacht, könnte aus der Messe auch in der alten Muba-Halle etwas werden. Dann würde die «twoo» «zur Kür, statt zur Pflicht», wie Philip Douglas es formuliert.




Gewinner «TWOO»-Wettbewerb

5 x Solo-Classique-Trikot: Fischer Dominik, Ehrendingen; Häring Roland, Frenkendorf; Karrer Franz, Aesch; Kopp Martin, Langenthal; Schlatter Matthias, Basel
10 x Querpass: Abraham Claudia Lilian, Lörrach; Braun Arnim, Gempen; Elmiger Dora, Beringen; Götti Elisabeth, Kriens; Joye Erika, Aesch; Kaiser Hans-Ruedi, Rafz; Peyer Christa, Gränichen; Schaub Fred, Ormalingen; Weihrauch Silvia, Schopfheim; Wirz Ernst, Birsfelden
10 x Knog-Beetle-Licht: Adamski Thomas, Hagenthal-le-Bas; Berger Isabelle, Zürich; Fischer Beat, Aesch; John Max, Basel; Keller Verena, Kreuzlingen; Kerer Alois, Zofingen; Kessler Hans-Georg, Basel; Meyer Willi, Dagmersellen; Wirz Clarissa, Bern; Zubler André, Aesch

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