«Wir wollen mit unserem Team den Radsport zelebrieren», sagt Yves Covi und will damit vor allem die Leidenschaft für den Radsport ausdrücken. Aus diesem Grund hat der ehemalige Fussballer vor drei Jahren gemeinsam mit einigen Radsportkollegen mit dem Steiner Cycling Team etwas aufgebaut, was für die Schweizer Hobbyfahrerszene damals noch einzigartig war: eine organisierte Mannschaft, die von verschiedenen Sponsoren unterstützt wird. Kein Wunder, dass Covi und seine Jungs anfänglich von der Szene etwas angefeindet wurden.
Eigentlich zu Unrecht, denn im Ausland sind solche Hobbyfahrermannschaften längst gang und gäbe. Vor allem in Italien hat sich unter den Hobbyradsportlern eine eigentliche Wettkampfszene gebildet. Organisiert in verschiedenen Sportgruppen, treten sie bei den sogenannten «Granfondo-Rennen» – damit sind Jedermann-Rennen über Distanzen von rund 150 Kilometern gemeint – gegeneinander an. Dabei spielt nicht nur die individuelle Stärke, sondern auch jene des Teams eine entscheidende Rolle, wenn es um Sieg oder Niederlage geht.
Newsletter und Grillfeste
«Diese Tradition wollen wir auch in der Schweiz aufleben lassen», sagt Covi. Aber nicht nur das: Der Zürcher Oberländer will den Radsport auch im Hobbybereich als Mannschaftssport propagieren. «Das geht meistens völlig unter», sagt Covi, «aber Radsport in seiner Perfektion ist eigentlich ein Mannschaftssport.»
Deshalb hat er sich an den Profiteams im Radsport orientiert und deren Konzepte auf die Hobbyszene heruntergebrochen. Das Ergebnis sah so aus: «Wir haben ein Sponsoringkonzept erarbeitet, eine gut gemachte Website aufgeschaltet und informieren Sponsoren und Interessierte regelmässig mit Newslettern», erzählt Covi. Offenbar mit Erfolg, denn mit der Bäckereikette Steiner aus Wetzikon stieg ein Hauptsponsor ein. Inzwischen sind weitere kleinere Geldgeber hinzugestossen, die dem Team ein Budget irgendwo im fünfstelligen Bereich ermöglichen.
Nach drei Jahren hat das Steiner Cycling Team auch in der Hobbyszene einen festen Platz eingenommen. Zahlreiche Siege und Podestplätze zeugen vom intakten Teamgeist der mittlerweile zehn Fahrer, die diesen auch abseits der Strasse mit Grillfesten und anderen Aktivitäten pflegen. «Wir betreiben alle den Sport als Hobby und sind daneben zu hundert Prozent berufstätig», betont Teamchef Covi, und einige von ihnen sind Quereinsteiger – wie Covi selbst. Bis 24 war er ein begeisterter Fussballer, hing aber im Sommer stundenlang vor dem Fernseher und schaute fasziniert die Tour de France. Bis ihn der Ehrgeiz packte und er sich ein lang ersehntes Rennrad kaufte.
Covi hofft, dass er mit seinem Team andere Hobbyfahrer dazu animieren kann, weitere Teams auf die Beine zu stellen, sodass künftig verschiedene Mannschaften ihre jeweiligen Taktiken gegeneinander ausspielen können. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik, denn bisherige Versuche sind meist schon relativ früh gescheitert – oder sie gehen in eine andere Richtung. Der Thalwiler Veloshop Tempo Sport hat für dieses Jahr ein Strassenrennteam aufgestellt. Bis sich aber ein Teamgeist entwickelt, dauert es seine Zeit.
Für neue Fahrer ist das Steiner Cycling Team prinzipiell offen – unter zwei Bedingungen: Erstens muss das Budget die Integration von neuen Kollegen erlauben, und zweitens müssen sie menschlich zum bisherigen Staff passen. Denn: «Wer nur auf den Sport fixiert ist», sagt Covi, «der passt nicht zu uns.»







