Student und Bewegungsmensch

Das Velo ist für David Niedermann das Fahrzeug erster Wahl. Der Student fährt Rennrad, denn er ist auch im Alltag gerne schnell unterwegs.

Bruno Angeli, Autor (info@bruno-angeli.ch)
18.07.2012

David Niedermann (26) kam zwar in St.?Gallen zur Welt, doch aufgewachsen ist er im Bergell. Seine Eltern zogen mit ihrem noch kleinen Sohn ins Südbündner Grenzdorf Castasegna. Das kleine Dorf mit rund 200 Einwohnern ist ein Kleinod. Die alten Palazzi und Häuser sind mit Steinplatten bedeckt, es wachsen Kastanienbäume, aber dank des milden Klimas auch Palmen, Feigenbäume und Weinstöcke. Und trotz der peripheren Lage verzichtete die Familie Niedermann seit je auf ein Auto. Velofahren gehört auch für den jungen David seit Kindesbeinen zum Leben.

Nach dem Gymnasialabschluss in Chur absolvierte er die Rekrutenschule als Sanitäter. Dabei kam bei ihm der Wunsch auf, ein medizinisches Fach zu studieren. Und weil er auch Sport mag und selber sportlich ist, lag die Studienwahl nahe: Er studierte Bewegungswissenschaften und Sport in Zürich.

An das Stadtleben und auch an den Verkehr hatte er sich schnell gewöhnt. Mit seinem Rennvelo bewegt er sich in der Stadt wie ein Velokurier – nur vorsichtiger, wie er versichert. Das Leben in der Stadt ist teuer, und auch ein Rennrad hat seinen Preis. Also heisst es neben dem Studium jobben gehen und Geld verdienen. So ergänzt er seit drei Jahren als Mitarbeiter das Team einer Boulder-Halle in Zürich. Bouldern – also Klettern ohne Seilsicherung – ist neben dem Surfen Niedermanns grosse Leidenschaft. «Es erlaubt extreme Kletterbewegungen. Da immer in Absprunghöhe geklettert wird und der Boden mit speziellen Matten ausgelegt ist, besteht dabei keine grosse Verletzungsgefahr», sagt der junge Sportler.

Niedermann mag Zürich, aber er fährt auch regelmässig fünf Stunden per Zug und Postauto ins Bergell. Der Heimwehbündner kann hier seinen Bewegungsdrang ausleben, etwa im Boulder-Park in Stampa.

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