Stadt und Velodesign

Velofahren steht für Gesundheit und Nachhaltigkeit, aber auch für urbanes Lebensgefühl und Jugendlichkeit. Zudem machen Verkehrs- und Mobilitätsprobleme das Fahrrad zum neuen Symbol für Flexibilität und Tempo. In Winterthur wird diesen Themen auf den Grund gegangen.

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Pete Mijnssen
02.02.2017

Das Gewerbemuseum Winterthur hat sich ein weites Feld gesteckt mit der Ausstellung «Bike | Design | City». Nicht weniger als die «vielfältigen Fahrradszenen von heute, das Entwicklungspotenzial innerhalb der urbanen Mobilität und mögliche Zukunftsszenarien rund um das Radfahren» wollen die Ausstellungsmacher abdecken. Bis Ende Juli werden Designprodukte präsentiert. Etwa kultige Rennräder, topaktuelle Citybikes, die neuste Faltradgeneration und E-Bikes sowie leistungsstarke Cargobikes für Kuriere und Familien. Ergänzt wird die Schau mit grossformatigen Fotografien aus der Serie «we are traffic» von Björn Lexius und Till Gläser, mit Gianluca Giminis verqueren Fahrrädern aus der Bildserie «Velocipedia».

Vielfältiges Programm
Im Weiteren soll auf die Rolle des Velos in der Städteplanung eingegangen werden. Als Beispiel gelten etwa die Metropolen Amsterdam, Kopenhagen, London und New York. Seit dort Veloförderung grossgeschrieben wird, setzen sich Architekten, Designerinnen und Städteplaner mit den Bedürfnissen von Radfahrerinnen und Radfahrern und den Mobilitätskonzepten des 21. Jahrhunderts auseinander. Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Führungen, Gesprächen, Symposien und Filmen rundet die Ausstellung ab.

Design im Fokus
Den Auftakt macht ein Gespräch zum Thema Fahrraddesign und urbane Mobilität. «Hochparterre»-Redaktorin Meret Ernst wird den Produktmanager Marco Sonderegger dazu interviewen. Sie will vom Velospezialisten von Specialized wissen, was sich punkto Design in der Velo­branche zurzeit tut und was man noch neu erfinden kann. Dazu Ernst im Gespräch mit Velojournal: «Mich interessiert etwa, welche Materialien nach Carbon als Nächstes eingesetzt werden. Werden Velos noch leichter und steifer?» Was reizt den Designer an einem Produkt, das fast ohne «Geburtsfehler» seit 200 Jahren hergestellt wird, und was sind die Strategien des US-Konzerns Specialized? Für Ernst ist das Velo dennoch in erster Linie ein Gebrauchsgegenstad und nur so gut, wie es die Begleitumstände im Verkehrsumfeld zulassen, sprich: wie gut eine städtische Velopolitik funktioniert. Die Velokultur in den Städten habe das Thema Design und die technische Entwicklung beim Velo vorangebracht. Das E-Bike treibt die Entwicklung weiter an. So wird dessen Technik immer stärker integriert. Die «Hochparterre»-Redaktorin interessiert zudem, was mit dem Entwicklungs- und Produktionsstandort Schweiz passiert. Massenware gegen die kleine, feine Nische? Auf diese Runde und weitere Veranstaltungen darf man gespannt sein.


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