Grosse Ereignisse prägten das Jahr 1975. Der Vietnamkrieg ging zu Ende, und in Europa fand Spanien nach 36 Jahren Franco-Diktatur zurück zur Demokratie. Im selben Jahr verpasste Eddy Merckx zweimal einen obersten Podestplatz. An der Tour de Suisse sowie an der Tour de France musste er sich mit dem zweiten Platz begnügen. Und in Basel – wenn auch etwas im Schatten der Weltgeschichte – wurde die erste IG Velo der Schweiz gegründet. Seit damals hat sich nicht zuletzt der Komfort für den Veloverkehr in der Stadt am Rheinknie verändert: 1982 wurde die erste Veloroute eröffnet. Mittlerweile verfügt Basel über ein dichtes Routennetz von mehr als 100 Kilometern Länge.
Dass Basel heute den Ruf einer Velostadt geniesst, ist nicht zuletzt das Verdienst von Pro Velo. «Doch der Stadtkanton darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen», sagt Matthias Schlatter von Pro Velo beider Basel im Gespräch mit Velojournal. Die Veloförderung sei in den letzten Jahren ins Stocken geraten, «sie braucht dringend frischen Wind». Die Baslerinnen und Basler wünschten sich neue politische Impulse. Das zeige die Resonanz auf die nationale Velo-Initiative und auf die städtische Veloring-Initiative. Ihr 40-Jahr-Jubiläum will die Lobbyorganisation deshalb dazu nutzen, das Thema Fahrrad wieder stärker auf die politische Agenda zu rücken. Geplant ist deshalb keine Party im stillen Kämmerlein, sondern das grosse «VeloFestBasel» für die ganze Bevölkerung – am 12. September auf dem Kasernenplatz mit einem bunten Mix von Attraktionen und Aktivitäten. Sportlich wird es dann mit dem Final des «Défi Vélo». Das Veloförderungs- und Sicherheitsprogramm ist in der Westschweiz seit einigen Jahren erfolgreich. Mit Basel-Stadt findet es dieses Jahr erstmals in der Deutschschweiz statt. «Défi Vélo» richtet sich an Oberstufenschülerinnen und -schüler zwischen 15 und 18 Jahren und animiert mit sportlich-spielerischen Wettkämpfen zum Velofahren.
Doch auch die Festbesucherinnen und -besucher sollen auf einem Veloparcours zum gemeinsamen Radeln durch Basel angeregt werden. Und mit Schwellheim konnte eine Band für das musikalische Programm verpflichtet werden, die warmen Reggaesound spielt. Am «VeloFestBasel» wird die Band jamaikanischen Rhythmus ans Rheinknie und die Festbesucherinnen und -besucher zum Tanzen bringen.
Auch Brugg-Windisch feiert
1985 trafen sich im Aargau einige Personen und gründeten die Velogruppe Brugg-Windisch. In den beiden Nachbargemeinden hat sich seit damals einiges getan. Mit der Eröffnung des Aarestegs wurde 2010 eine grosse Lücke im regionalen und nationalen Radroutennetz geschlossen. Der Pro Velo fehlt aber immer noch eine gute, sichere und direkte
Verbindung zwischen Brugg und Windisch. Seit 30 Jahren setze man sich dafür ein. Der runde Geburtstag soll – wie in Basel – genutzt werden, den Forderungen der Velofahrenden mehr Gehör zu verschaffen. «Wir wollen zeigen, dass wir da sind, nicht locker lassen und uns engagieren», sagt Wolfgang Zesch von Pro Velo Brugg-Windisch. «Und natürlich wollen wir das Jubiläum auch feiern und uns bei allen Mitgliedern bedanken.» Wie in Basel richten sich die Feierlichkeiten nicht nur an die eigene Basis, sondern an alle Einwohnerinnen und Einwohner. Den Auftakt im Jubiläumsjahr machte die Velobörse Ende März, die exakt auf den Geburtstag des Regionalverbands fiel. Derzeit lädt ein Wettbewerb Bevölkerung und Mitglieder zu einem Fotowettbewerb ein. Die besten Bilder werden am Höhepunkt des Jubiläumsjahrs, am Velofest vom 22. August, mit einem Preis belohnt. Das Fest richtet sich mit verschiedenen Shows, Workshops und Musik an ein breites Publikum. Ein Besuch lohnt sich sicher. Und als Auftakt zeigt Pro Velo eine Woche zuvor im Kino Odeon in Brugg den Film «Wadjda».
www.velofestbasel.ch
www.provelo-brugg-windisch.ch
Fabian Baumann
14.07.2015







