Mit Kinderaugen

Der Verkehr aus Sicht der Kinder: Das Velo als Lieblings-Verkehrsmittel auf dem Schulweg.

no-image

Marianne Fässler
14.09.2011

Eine Studie der Universität Bern kommt zum Schluss, dass fast die Hälfte der befragten Primarschülerinnen und Primarschüler den Schulweg am liebsten mit dem Velo zurücklegen möchte. Dies erstaunt, ist doch die Velonutzung von Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent zurückgegangen. Die in drei Primarschulen (Stadt, Agglomeration und im ländlichen Gebiet) erhobenen Daten der «Interfakultären Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie» der Universität Bern sowie bestehende Zahlen über das Mobilitätsverhalten von Kindern im Primarschulalter fördern teilweise Erstaunliches zutage:
 

  • Fast die Hälfte der befragten Kinder in der Fallstudie nennt das Velo als Lieblings-Verkehrsmittel!
  • Im grossen Ganzen gelten die Schulwege in der Schweiz als sicher. Aber es gibt lokal Gefahrenstellen. Dort besteht Handlungsbedarf. Gefordert werden Tempo 30 und Begegnungszonen, Verbesserung der Sichtverhältnisse auf Augenhöhe der Kinder.
  • Eltern erwarten eine verbesserte Infrastruktur und polizeiliche Massnahmen sowie eine Mobilitäts- und Verkehrserziehung in der Schule.

Empfehlungen der Fachleute

  • Der Beliebtheit des Velos bei Kindern soll in Verkehrsplanung und -erziehung Rechnung getragen werden, z.B. durch schweizweite und einheitliche Velofahrprüfungen.
  • Gefährliche Stellen sollen von den Kindern selbst gemeistert werden können. Längerfristig sind Lotsen und die Begleitung der Kinder durch Erwachsene nicht sinnvoll.
  • Die Bedeutung des Schulwegs für die Entwicklung der Kinder ist gross. Das selbstständige Zurücklegen des Schulwegs soll längerfristig sichergestellt werden.


Man darf gespannt sein auf die von den Forschenden angeregte Folgestudie, welche den Widerspruch zwischen Wunsch und Tat bei der Velonutzung von Kindern aufzeigen soll.

Weitere Infos unter: www.langsamverkehr.ch

Empfohlene Artikel