M-Way will den E-Bike-Markt aufrollen

Die Migros möchte im Zukunftsmarkt der Elektromobilität eine führende Rolle spielen: Die Marke M-Way soll als Kompetenz- und Dienstleistungszentrum alle Aspekte rund um elektrische Zwei- und Vierräder abdecken.

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Peter Hummel
News, 14.09.2011

Projekte für trendige E-Bike-Shops, ja sogar ganze Ladenketten, gab es in jüngster Zeit einige. Ob sie alle überleben können, ist noch offen. Anders sieht es aus, wenn der Riese Migros einsteigt, denn der Konzern kann grosszügiger und langfristiger kalkulieren: Gestartet wurde mit einem «Flagshipstore» an bes­ter Lage mitten in Zürichs Bankenviertel. Dort findet man eine extravagante Ladeneinrichtung, wie sie noch in keinem Zweiradgeschäft zu finden war: Das Holz der Verkaufskorpusse stammt aus der Region, und die Designelemente wie Lichtrad, Glasvorhang und «Mood Drops» sind eine Anlehnung an die Wasserkraft. Präsentiert werden die Fahrzeuge mit einem didaktischen Infotainment-Programm: Multimedia-Screens, Lernsäulen und Schubladen mit Exponaten sowie eine spezielle Bibliothek vermitteln Basiswissen auf spielerische und unterhaltsame Art.

Werbung und neue Shops

Die Migros verkauft aber nicht nur E-Bikes, sondern auch Fun-Bikes, Roller, E-Motorräder und Kleinwagen. Später sollen auch Nutzfahrzeuge dazukommen. Bei den E-Bikes werden nicht nur die Mainstream-Marken angeboten, sondern auserwählte, teils gar exklusiv geführte Designmodelle (siehe Kasten). Man will Newcomermarken und innovativen Fahrzeugkonzepten in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen. Die M-way-Shops machen auch Finanzierungsangebote – die hauseigene Bank bietet Kredite mit einem kleinen Ökobonus an. Auch ein Versicherungsangebot findet die Kundschaft.

Nicht alle sind über diesen Einstieg in den Markt begeistert. Der Fachhandel stört sich an den grosszügigen Rabatt- und Gratiszubehöraktionen. Der Detailhandelsriese macht auch mit grossflächigen Werbekampagnen auf sich aufmerksam: Ein ganzes Rudel E-Biker nimmt darauf einen Berggipfel in Beschlag. M-way will in allen grösseren Städten in den nächsten zwei, drei Jahren Shops eröffnen – von einem Dutzend Geschäften ist die Rede. Nach Zürich wurde auch in St.?Gallen ein Geschäft eröffnet, der nächste Shop ist in Genf ge­plant. 2012 sind Eröffnungen in Bern, Basel und Lausanne vorgesehen. Doch die Migros belässt es nicht bei herkömmlichen Läden. Anfang September wurde zudem ein Online-Shop eingerichtet.

Service auch mit Partnern

Im ersten knappen Jahr hat sich M-way als flexibel und auch lernfähig erwiesen. Zuerst war geplant, den Service mit mobilen Mechanikern (für Flottenkunden) und über die Migrol-Tankstellen zu organisieren. Nun soll in jedem Shop ein eigener Mechaniker angestellt werden. Für E-Scooter und Autos wurde mit Bosch Schweiz und dessen Partnerwerkstätten ein Vertrag abgeschlossen, was ein Netz von insgesamt 45 Garagen ergibt. Dort sollen auch Shop-in-Shops eingerichtet werden.

Um rasch breite Bekanntheit zu erlangen, hat M-way im konzerneigenen «Globus» und in verschiedenen eigenen Märkten Promotionen durchgeführt. Der Verleihflotte von «Züri rollt» hat der Konzern E-Bikes von BH Emotion, Electrolyte und Stromer zur Verfügung gestellt, und demnächst sollen zusammen mit Mobility, SBB und Siemens an vorerst zehn Bahnhöfen M-way-Mietfahrzeuge angeboten werden.

www.m-way.ch

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