Lot und Flamme fürs Velo

Milena Kuster (20) sagt von sich selbst: «Das Velo ist ein Teil meines täglichen Lebens.» Um zu ihrem Traumgefährt zu kommen, konstruierte sie sich während eines Baukurses einen eigenen Velorahmen.

Bruno Angeli, Autor (info@bruno-angeli.ch)
Kultur, 14.09.2011

Milena Kuster wuchs in Oerlikon in einer «autofreien» Familie auf. Als Verkehrsmittel wurde und wird das Velo benützt. Die Tochter tat es ihren Eltern gleich. Als es darum ging, das richtige Thema für die Maturarbeit zu finden, überlegte sie nicht lange. Das Velo wurde zum Inhalt gemacht.

Als Schülerin des Liceo Artistico in Zürich nahm sie mit Robert Stolz Kontakt auf, und schon nach einem Probetag mit dem Mitarbeiter Andy Mühlemann konnte es mit dem Eigenbau losgehen. Von Sommer bis Spätherbst 2009 baute die Maturandin ihr Massvelo. Sie erlernte die Arbeit mit Metall, Lot und Flamme. Nach dieser Erfahrung betrachtet Milena Kuster Metallarbeiten mit anderen Augen. «Ich schaue mir zum Beispiel einen Laternenpfahl an und weiss: Ja, hier wurde geschweisst, oder hier wurde gelötet.» Jetzt, da sie wusste, wie man einen Rahmen selber baut, wollte sie das Velo auch mit den passenden Komponenten bestücken – alle rundum waren von den Resultaten beeindruckt.

Nach der Matura ging es, zunächst mit der Schwester und danach mit zwei Freunden, mit ihrem Traumgefährt auf Velotour. Die Reise führte die jungen Leute von Frankreich nach Italien, später dann nach Slowenien, Kroatien und in die Slowakei. Leider wurde ihr das selbst gebaute Fahrrad aber kurz darauf gestohlen. Kuster liess sich nicht entmutigen – und baute sich kurzerhand ein neues. Anschliessend folgte ein dreimonatiges Praktikum als Velomechanikerin bei Stephan Scholz von Velo Zürich.

Die berufliche Laufbahn geht aber in eine andere Richtung. Vor Kurzem begann Milena Kuster ihr Studium als Wissenschaftliche Illustratorin an der Zürcher Hochschule der Künste. Für den Weg zur Schule nutzt sie – selbstverständlich – das Velo.

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