Es gibt verschiedene Ansätze, um den Nachwuchs wieder aufs Velo zu bringen. Fahrräder mit attraktiven Designs zu attraktiven Preisen sind eine Lösung. Ferienlager eine andere. Mit dem Velotrekkinglager des WWF will die Organisation mithelfen, Jugendliche für das umweltschonende Fortbewegungsmittel zu begeistern, sagt Fabia Fischli, die beim WWF für Kinderlager zuständig ist. Dass dies nicht immer einfach ist, weiss sie. Auf dem Markt gibt es viele Konkurrenzangebote: «Das Velolager ist nicht unser beliebtestes Angebot.» Dass Mädchen lieber Ponyreiten gehen und Buben das Abenteuer suchen, sei mitunter spürbar. «Das würde ich allerdings nicht allzu sehr gewichten», meint Fischli. Es gebe auch Jungs, die gerne reiten, und Mädchen, die flink den Berg raufklettern. Das Velolager bietet Jungs und Mädchen etwas. Und obwohl es nicht das beliebteste Lager ist, sei es bis anhin immer gut gebucht gewesen: «Es gab auch schon Wartelisten», erklärt sie.
Unterschiedliche Ansprüche
Die Ansprüche an ein Velolager können sehr unterschiedlich sein. Einige Jugendliche hätten Angst, dass sie zu wenig sportlich seien. «Andere dagegen wünschen sich schwierigere Routen über berühmte Pässe», so Fischli. Die Organisatoren suchen deshalb eine gute Mischung. In Zukunft werde man noch einiges ausprobieren, damit die Velolager möglichst vielen Teilnehmenden gefallen. Weitere Velotrekkinglager sind definitiv vorgesehen. Allerdings steht und fällt das Angebot beim WWF mit dem Engagement der Freiwilligen, die die Lager leiten. Auch Pro Velo bot schon Velolager an. Dies liegt aber einige Jahre zurück: 2012 wurde das zweite und letzte Lager durchgeführt. «Das Problem lag an der mangelnden Werbung», so Eddie Kessler von Pro Velo Thurgau. Zwar seien die beiden Ausgaben erfolgreich gewesen, aber der Orgnaisationsaufwand war gross. Obwohl Kinder, die ins erste Lager kamen, sich auch für das zweite anmeldeten, ist keine weitere Ausgabe geplant.
Tamara Fritzsche
18.05.2016







