Licht – Sicht – Sicherheit

Der Beginn der Winterzeit versetzt viele Velofahrende auf dem Nachhauseweg von einem Tag auf den anderen ins Dunkle. Grund genug, sich jetzt Gedanken über die eigene Sichtbarkeit zu machen.

Christoph Merkli, Autor
17.11.2011

Am Tag der Zeitumstellung begann die Abenddämmerung schon um 17 Uhr; Feierabendfahrten finden seither für viele Velofahrende im Dunkeln statt. Für diese erhöht sich damit die Gefahr, von anderen Verkehrsteilnehmenden übersehen zu werden. Vortrittsmissachtung und Unaufmerksamkeit sind bei über der Hälfte der Kollisionen Ursachen beim «Unfallgegner». Schilderwald, Verkehrsdichte, und Ablenkung (etwa durch die Bedienung von Handys) sind unter anderem Schuld daran. Und diese Ursachen werden häufiger. Welcher Velofahrer möchte sich da im Dunkeln noch ohne Licht und Reflektoren in den Verkehr wagen?

Im Gegensatz zu Autolenkern, deren Fahrzeuge grösser sind und heute zum Teil automatisch das Licht einschalten, müssen sich Velofahrende über ihre Sichtbarkeit im Verkehr ernsthaft Gedanken machen. Gesehen zu werden, wird einem heute leicht gemacht, denn die Velo-Lichtsysteme sind in den letzten Jahren stark verbessert worden. Die Dynamos sind leistungsfähiger, die Stromverteilung ist zuverlässig geworden.

Velofahrende müssen sich aber bewusst sein, dass die Lichtanlage nicht an jedem Velo angebracht ist, wenn es gekauft wird. Wenn nicht, sollte unbedingt in fix installierte oder abnehmbare Lichtquellen investiert werden. Qualität, die Funktionieren und Langlebigkeit garantiert, hat auch hier ihren Preis. Hinzu kommen die vorgeschriebenen Reflektoren, die am neu gekauften Velo möglicherweise noch fehlen. Üblicherweise sind all diese Teile nach hinten oder vorne ausgerichtet; wer auch von der Seite gut gesehen werden will, sollte zusätzlich seitliche Reflektoren montieren.

Sichtbarkeit ist mehr als Licht

Wie gut Velos nachts auf einer unbeleuchteten Strasse zu sehen sind, zeigt ein eindrückliches Video der Arbeits­gruppe Sicherheit durch Sichtbarkeit (siehe ­Kasten). Gerade innerorts ist selbst ein korrekt ausgerüstetes Velo bloss ein Lichtpunkt mehr in der Fülle von Ampeln, Abblend- und Rücklichtern, Blinkern sowie der Leuchtwerbung. Wer wirklich gesehen werden will, muss sich durch klares Verhalten im Sichtfeld der anderen Verkehrsteilnehmer bemerkbar machen. Die Hälfte der Kollisionen nachts könnte gemäss Beratungsstelle für Unfallverhütung verhindert werden, wenn sich die «Unfallgegner» eine Sekunde früher sehen würden. Unter diesen Aspekten geht die «Sicherheit durch Sichtbarkeit» deutlich weiter als das blosse Licht am Velo. Es bedeutet (selbst-)sicheres, aber auch korrektes Verhalten beim Abbiegen und auf Verzweigungen. Und dies nicht nur im Winterhalbjahr!

Weitere Infos unter:

www.tagdeslichts.ch, www.agsds.ch

 


Beleuchtungsvorschriften

Das Gesetz schreibt für die nächtliche Velofahrt vor: Frontlicht und -reflektor weiss, Rücklicht und -reflektor rot, gelbe Reflektoren an den Pedalen. Empfohlen sind blinkende Zusatzlichter (bis vor ein paar Jahren waren diese noch verboten), seitliche Reflektoren, helle Kleidung sowie Reflexmaterial an Kleidern, Helm und Gepäckstücken.
Mit der Aktion «Tag des Lichts» sollen die Verkehrsteilnehmenden dazu ermuntert werden, ihre Sichtbarkeit zu überprüfen und zu verbessern. Die Website www.tagdeslichts.ch der Arbeitsgruppe Sicherheit durch Sichtbarkeit bietet Informationen, einen Film und einen Wettbewerb rund ums Thema.

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