In acht Monaten von null auf 100'000

Das Jahr 2015 ist Geschichte. Grund genug, noch einmal den Fokus auf die vergangenen zwölf Monate zu richten und eine kleine Auswahl der Pro-Velo-Erfolge zu präsentieren. Grösster Erfolg sind die Unterschriften für die Velo-Initiative

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Fabian Baumann
02.02.2016

Thema Nummer eins des vergangenen Jahres war zweifellos die Velo-Initiative. Mit tatkräftiger Unterstützung weiterer Organisationen ist es Pro Velo und den Regionalverbänden gelungen, innerhalb von nur acht Monaten mehr als 100 000 Unterschriften zu sammeln. Ein Erfolg und ein Meilenstein in der Geschichte des Verbandes. Die Lancierung dieses nationalen Volksbegehrens war zudem ein Novum für Pro Velo. Ende Jahr erfuhr die Erfolgsgeschichte einen kleinen Dämpfer: Die für Mitte Dezember geplante Übergabe der Unterschriften bei der Bundeskanzlei musste verschoben werden. «Die Beglaubigungen hatten länger gedauert als erwartet», erklärt Daniel Bachofner, Projektleiter der Velo-Initiative. Dank des raschen Sammelerfolgs bleibt den InitiantInnen aber mehr als genug Zeit für die Einreichung. «Verbunden mit einem farbenfrohen Veloumzug werden wir die Initiative am 1. März einreichen», ergänzt er.

Pro Velo liess nachbessern
Wo viele Leute in die Pedale treten, sind Abstellplätze für Zweiräder meist rar. So auch in der Velostadt Winterthur. Weil in den vergangenen Jahren immer wieder Abstellplätze verschoben und manchmal auch ab- anstatt ausgebaut wurden, sah sich die SP zum Handeln gezwungen. 2014 reichte die Partei eine städtische Initiative ein, die den Ausbau der heute zirka 3200 Veloabstellplätze rund um den Bahnhof Winterthur auf 6000 Plätze forderte. Der Stadtrat reagierte mit einem «mageren Gegenvorschlag», wie es Pro Velo Winterthur nennt. Im Parlament hatte die SP dann allerdings Erfolg: Der Gegenvorschlag wurde weitgehend den ursprünglichen Forderungen angepasst. So konnte unter anderem erreicht werden, dass an der Rudolfstrasse hinter dem Bahnhof rund 1000 oberirdische Gratis-Abstellplätze beibehalten werden. Der ursprüngliche Plan der Stadt sah vor, diese in die Velostation zu verlagern, wo Parken dann kostenpflichtig ist.
www.provelowinterthur.ch

Wie im Kino
Egal, ob zügig oder gemütlich – auf dem Velo schreibt einem niemand vor, mit welchem Tempo man zu fahren hat. Mit zwei kurzen Kinowerbespots machte Pro Velo Schaffhausen darauf aufmerksam, dass es viele gute Gründe zum Radfahren gibt. Entstanden sind die Clips als «Geburtstagsgeschenk» anlässlich des 20- Jahr-Jubiläums der Schaffhauser Velolobby im Jahr 2015. Gönner und Sponsorinnen finanzierten die Produktion. Während des Sommers liefen die witzigen Spots in den lokalen Kinos und machten Lust, sich selbst mal wieder auf den Sattel zu schwingen. Und wer weiss: Vielleicht entfuhr den Kinobesucherinnen und -besuchern dabei ein ebenso lautes «Jaaaa!» wie der Comicfigur in den Werbespots.
www.vj-mag.ch/video

Was sich bewährt hat
Unter «best practice» versteht man die Anwendung von Massnahmen oder Verfahren, die sich andernorts bewährt haben. Bezogen auf die Veloinfrastruktur bedeutet dies, dass zum Beispiel für die Planung einer neuen Fahrradunterführung das Beispiel einer bereits bestehenden herangezogen wird. Pro Velo Kanton Zürich hat von der Koordinationsstelle Veloverkehr (Kove) im vergangenen Jahr den Auftrag erhalten, einen Katalog von Best-practice-(Velo-)Projekten zu erarbeiten. Dazu wurden rund 200 bauliche Massnahmen der vergangenen Jahre unter die Lupe genommen. Und weil sich gute oder schlechte Infrastruktur nicht an den Plänen, sondern einzig in der Praxis beurteilen lässt, stand die Evaluation vor Ort im Zen­trum. Die Projekte wurden nach einem festgelegten Schema dokumentiert, unter anderem in Videoaufnahmen und Beobachtungen. Sie zeigen, wie die Infrastruktur von den Radlerinnen und Radlern genutzt wird. Am Schluss stand die Erkenntnis, dass die meisten der umgesetzten Massnahmen sowohl Lob wie Kritik verdienten.
Dokumentiert wurden darum schliesslich Best-practice-Projektbestandteile. Die Datenbank steht Mitarbeitenden der Verwaltung und Verkehrsplanern zur Verfügung. Und weil sich alle Projekte auch 1:1 anschauen lassen, gibt es eine gute Chance, dass bei künftigen Projekten nur noch kopiert wird, was sich wirklich bewährt hat.
www.provelozuerich.ch

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