Am Samstag, 10. Juni 2017, sendet Radio SRF 2 von 9 bis 15 Uhr live vom Kirchplatz in Winterthur. Der Ort wurde nicht zufällig ausgewählt: Dort befindet sich das Gewerbemuseum Winterthur, das mit «Bike | Design | City» dem Fahrrad noch bis Ende Juli eine eigene Ausstellung widmet. Velojournal traf SRF-2-Redaktor Bernard Senn zum Gespräch.
Velojournal: Eine Livesendung zum Thema Velo – warum?
Bernard Senn: Radio SRF 2 sendet jeden Monat einen «HörPunkt» zu einem bestimmten Thema. Dieses Jahr feiert das Velo seinen 200. Geburtstag. Das ist Grund und Anlass für uns, dem Zweirad einen Tag zu widmen. Zudem: Das Velo ist nahe bei den Leuten, das Thema ist mit Emotionen besetzt. Wir möchten deshalb auch Velogeschichten sammeln. Mit einer Aktion in den sozialen Netzwerken fordern wir schon jetzt die Hörerinnen und Hörer auf, Selfies von sich und ihrem Velo einzusenden und ihre Veloliebesgeschichte zu erzählen. Wer mitmachen will, kann das auf Twitter mit dem Hashtag #misvelominiliebi tun oder uns ein E-Mail schicken.
Die Sendung heisst «200 Jahre Velo – Eine Liebeserklärung». Worum gehts?
Mit dem Velo wurde ein Verkehrsmittel erfunden, dem keine extra Energie zugeführt werden muss. Das ist doch fantastisch. Es fährt mit reiner Muskelkraft. Wie genial das Velo ist, zeigt sich auch daran, dass es seit den Anfängen kaum verändert wurde. Natürlich gab es technische Verbesserungen, doch am Grundprinzip wurde nicht gerüttelt. Vor dieser genialen Erfindung wollen wir uns verneigen und sagen: Toll, dass es das Velo gibt! Darum eine Liebeserklärung.
Was dürfen die Hörerinnen und Hörer von der Sendung erwarten?
Wir machen einen ganzen Strauss an Themen auf. Zunächst gehen wir der Frage nach, was das Velo eigentlich ist. Wie ist ein Fahrrad aufgebaut, welche physikalischen Kräfte lassen es fahren, wieso fällt es nicht gleich um? Als Kulturradio wollen wir den Dingen auf den Grund gehen. Darum erklären wir, was es mit dem Velofahren auf sich hat. Die Schweiz ist auch ein Velobauland. Es gibt und gab zahlreiche Schweizer Marken, hierzulande werden noch immer Innovationen geschaffen. Gleichzeitig gibt es im Velohandel einen Verdrängungskampf, neue Akteure kommen auf den Markt. In der zweiten Stunde beleuchten wir deshalb ökonomische Aspekte. Doch was wäre das Velo ohne Freiheit? Da sind wir bei der dritten Stunde. In der vierten Stunde geht es schliesslich um die Liebe. Und wir beschäftigen uns in der Sendung mit der Verkehrspolitik. Die Veloinitiative ist auf dem Tisch, hier wollen wir ansetzen. In der letzten Stunde geht es um den Sport.
Was ist Ihre Veloliebesgeschichte?
Da gibt es Folgende: Vor etwa 35 Jahren habe ich mit Erspartem mein erstes Velo selbst gekauft. Ein schönes Rennrad. Das bin ich viel und gerne gefahren, doch irgendwann landete es auf dem Estrich. Kürzlich habe ich es wieder hervorgeholt, herrichten lassen und meinem Sohn zum 15. Geburtstag geschenkt. Er hat extrem Freude daran, weil er nun ein Peugeot-Velo aus den Achtzigern hat und damit voll in den Retrotrend passt.
Wie passt das Thema Velo überhaupt ins Konzept Ihres Senders?
Radio SRF 2 hat einen sehr weit gefassten Kulturbegriff. Darunter verstehen wir nicht nur Theater, Film, Literatur und Musik. Wir versuchen, alles, was den Alltag ausmacht, aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Wir möchten auch vom altbackenen Kulturbegriff wegkommen. Mit dem Velo können ganz unterschiedliche Dinge unter einem Oberbegriff behandelt werden: Geschichte, Wirtschaft, Verkehrspolitik, die emotionale Ebene. Insofern ist das Fahrrad für einen Kultursender ein wirklich passendes Trägermedium. Weil es all diese Aspekte in sich vereint. Generell taucht das Velo im Juni auf verschiedenen Sendeplätzen bei SRF auf, sowohl im Radio als auch im Fernsehen.
«HörPunkt»: 200 Jahre Velo – Eine Liebeserklärung
Samstag, 10. Juni 2017, 9 bis 15 Uhr,
Radio SRF 2 Kultur
Wiederholung: 17 bis 24 Uhr
www.srf.ch/sendungen/hoerpunkt/200-jahre-velo-eine-liebeserklaerung







