Gut gemacht!

Mit dem «Prix Velo Infrastruktur» zeichnet Pro Velo Schweiz zum dritten Mal wegweisende Infrastruktur-Projekte aus. Der mit 10000 Franken dotierte Hauptpreis geht an die Langsamverkehrs-Offensive Solothurn.

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Marianne Fässler
19.05.2010

Gutes tun – und darüber sprechen. So  lautet die Philosophie der Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn, die zusammen mit dem Kanton Trägerin der «Langsamverkehrs-Offensive Solothurn und Region» (LOS!) ist. Ihre Arbeit erfolgt mehrstufig: Zuerst leistet sie Grundlagenarbeit, dann schlägt sie zuhanden der Gemeinden und des Kantons Massnahmen vor und begleitet deren Realisierung. In einem dritten Schritt orientiert LOS! die Öffentlichkeit. So ist die Dachmarke beispielsweise in der neuen Velostation Solothurn ebenso wahrnehmbar wie bei den verschiedenen Plakatkampagnen «Gemeinsam bewegen». Dass eine solche Arbeit regional und gut vernetzt angegangen wird, hat die Jury besonders überzeugt.

Hochstrasse in Burgdorf

Die Stadt Burgdorf punktet mit der Velohochstrasse entlang des Bahntrassees: Wer ist im Ausland nicht schon Velo­wegen begegnet, die über stillgelegte Bahntrassees geführt werden und die Velofahrenden ohne spürbare Höhendifferenz, sicher und ohne Konflikte mit dem motorisierten Verkehr von A nach B führen? In der Schweiz werden wenige Bahnlinien aufgehoben, öfter aber werden diese ausgebaut. Solche Bauvorhaben bieten die Möglichkeit, gleichzeitig auch für den Veloverkehr nach neuen Lösungen zu suchen. Die Stadt Burgdorf hat diese spezielle Konstellation genutzt und mit dem Neubau der rund zwei Kilometer langen «Velohochstrasse» vom Bahnhof zum Quartier Steinhof entlang des Trassees der BLS zudem eine Lücke im Langsamverkehrsnetz schliessen können.

Bikesharing-Angebote in der Romandie

Nach dem Beispiel vieler Städte aus dem Ausland wird Bikesharing (Veloselbstverleih) auch in der Schweiz ein Thema: «Lausanne roule» hat die bewährte, mehrjährige Zusammenarbeit in der Region auf das System Velopass erweitert, das seit Herbst 2009 in der Region Morges-Lausanne-Riviera 15 Stationen mit 175 Velos anbietet. Auch die Universität, die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) sowie der Nestlé-Hauptsitz in Vevey machen mit. Technisch funktioniert Velopass mit dem Magnetkarten-System RFID und ist dadurch nicht nur mit den einzelnen Stationen, sondern auch mit Mobility Car Sharing rund um die Uhr kompatibel. Mit 3500 Abonnenten verbucht das System bereits einigen Erfolg, das Potenzial zur Veränderung des Modalsplits in den Städten ist also zweifellos vorhanden.

www.so-los.ch, www.velopass.ch

Alternierend zum «Prix Velo Infrastruktur» erkürt Pro Velo Schweiz im Rahmen des «Prix Velo Betriebe» 2011 velofreundliche Betriebe. Mehr auf www.prixvelo.ch

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