Es muss nicht immer Mallorca sein

Wer sich im Frühjahr in angenehmeren Klimazonen auf die Saison vorbereiten will, kann auf bewährte Klassiker setzen – oder aber zur Abwechslung auch mal nach Andalusien fahren.

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Martin Born
24.03.2015

Es gibt den Hürzeler. Da weiss man, was man hat, wenn man die Saison in gutem Klima vorbereiten will: ein schönes Zimmer, Schichtessen am Buffet, Wiedersehen mit den immer gleichen Kollegen, gut geführte Ausfahrten, gutes Kartenmaterial, Bier an der Frühlingssonne vor dem Hotel, ein Shop mit günstiger Ware, die Küstenclassique als Höhepunkt. Doch muss es immer Mallorca sein?
Ich kenne eine Alternative, bei der der Wetterbericht nicht stündlich konsultiert werden muss, weil er immer gleich ist: Andalusien. Genauer: Mojacar, ein Badeort in der Nähe von Almera, wo der ehemalige Triathlet Peter Eitzinger mit seiner Firma Velowochen anbietet. Es ist eines der trockensten Gebiete Europas. In unmittelbarer Nähe liegt die Wüste von Tabernas – wir kennen die Gegend von Sergio Leones Spaghetti-Western.
Das Velogebiet kann es mit Mallorca aufnehmen. Die Landschaft ist meist karg und schroff, die Felsformationen können den Atem rauben, Schafe den Weg versperren. Als Abwechslung gibt es die Mandelbäume, die im Frühling blühen, und die gigantischen Orangenplantagen. Es ist selten flach – und ebenso selten wirklich steil. Der schlimmste Berg ist der Wind. Er wird bei der Rückkehr zum Meer zum hartnäckigen Gegner. Doch das Bier mit Blick auf die Wellen belohnt den Kampfgeist.
Apropos Meer: Mojacar ist allein wegen des Ruhetags eine Reise wert. Das Muskellockern führt dem Meer entlang nach Norden zum Strand von Pozo del Esparto. Ein kleiner, neuer, hübsch gebauter Ferienort. Nach etwas mehr als einer Stunde sitzt man dort im Restaurant. Es gibt Melone mit Jamon serrano als Vorspeise, einen Fisch als Hauptgang, ein Dessert und dazu eine halbe Flasche Weisswein. Pro Person kostet das gerade mal zehn Euro.

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