Eine Fahrt durchs Archiv

Im Jubiläumsjahr blickt Velojournal zurück und blättert in alten Ausgaben. Diesmal in der Frühlingsausgabe von 1993. Es darf geschmunzelt und gestaunt werden.

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Pete Mijnssen
21.03.2018

Das Durchblättern des alten Hefts ist auch eine Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert Velobewegung. So berichteten wir über die Eröffnung des Solothurner Radwanderwegnetzes. Heute kaum mehr bekannt, war dies dannzumal ein Meilenstein und das Gesellenstück des Velobüros Olten.

Beim Besuch präsentierte Markus Capirone dem Journalisten den Prototyp einer Schweizerischen Velosignalisation und fabulierte etwas von «Bundesrat», mit dem das dann koordiniert werden solle. Das Velobüro-Team stand tatsächlich Pate, als bereits fünf Jahre später «Veloland Schweiz» mit einem grossen Festakt eröffnet wurde. Trägerschaft ist eine durch Bund und Kantone getragene Stiftung.

Der Rest ist Geschichte. Heute ist «Schweiz mobil» ein fester Eckpfeiler der touristischen Grundversorgung und für ihr Langsamverkehr-Infrastrukturangebot wird die Schweiz weltweit bewundert.

Beim Weiterblättern stösst der Redaktor ferner auf einen ganzseitigen Produktereport. Thema waren die damals noch neuartigen Kombinationen von Sonnen- und korrigierten Brillen für Velofahrende. Kollegin und Brillenträgerin Susanne Schulz zeigte sich begeistert davon, dass es endlich ein Sport-Accessoire gab. Sie lobte das gute Design, die breite Palette und bemängelte «die gesalzenen Preise» und den fehlenden Alltagsbezug. «Leider richtet sich das Angebot überwiegend an Sonntagsfaher.»

Gewisse Dinge ändern sich nie
Prägnant und kritisch war das Velojournal schon vor einem Vierteljahrhundert. Einfach noch schwarzweiss, mit kleinen Farbtupfern. Aber siehe da: In der Leserspalte gab es damals schon den Aufruf an Velofahrende, auf Trottoirfahrten möglichst zu verzichten und in Fussgängerzonen Rücksicht zu nehmen. Gewisse Dinge ändern sich eben nie.


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