Joseph Gordon-Levitt gehört zu den aufstrebenden Hollywood-Schauspielern. In Streifen wie «Inception» (2010), «The Dark Knight Rises» (2012) und «Looper» (2012) machte er auf sich aufmerksam. Actionreiche Filme scheinen dem 32-Jährigen besonders gut zu liegen. Auch in «Premium Rush» geht es rasant zu und her. Gordon-Levitt spielt hier Wilee, einen verwegenen New Yorker Velokurier. Der erklärt uns seine Welt, was sich anhört wie ein Manifest: «Ich könnte nie in einem Büro arbeiten. Ich steh nicht auf Anzüge.
Ich stehe aufs Fahren. Fixie, Stahlrahmen, keine Bremsen. Die Pedale drehen sich immer weiter. Ich kann nicht anhalten. Und ich will auch nicht.» Auf New Yorks Strassen sind 1500 Fahrradkuriere unterwegs. Sie transportieren, was nicht per E-Mail, per Post oder Fedex verschickt werden kann, und wenn ein Brief oder ein Paket zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss, braucht es den Kurier. Im Film weiss Wilee: «Einige von uns sterben da draussen. Fussgänger sind gefährlich, Taxis sind Killer. Irgendwann erwischt es jeden von uns. Manchmal müssen wir zurückschlagen.»
Waghalsige Stunts
Wilee erhält einen eiligen Auftrag, im Fachjargon «Premium Rush» genannt. Er soll einen Umschlag in seiner Uni abholen. Hier ist er eingeschrieben, hat sich aber lange nicht mehr blicken lassen. Den Umschlag muss er innert 90 Minuten nach Chinatown bringen. Die Fahrt führt ihn vom einen Ende der Stadt zum anderen. Den Auftrag erhält Wilee von Nima (Jamie Chung), der Mitbewohnerin von Vanessa (Dania Ramirez), seiner Freundin und Velokurier-Kollegin.
Vom Inhalt der Sendung erfährt Wilee nichts. Kaum ist er auf dem Weg, wird er vom Auto mit Bobby Monday (Michael Shannon) am Steuer bedrängt. Monday will sich den Umschlag greifen. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt: Auto gegen Velo. In Rückblenden werden die Hintergründe gezeigt, die zu dieser Verfolgungsjagd führen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei Bobby Monday um einen spielsüchtigen, verschuldeten Polizisten handelt. Der erfährt, dass der Inhalt des Umschlags – ein «Ticket» – 50?000 Dollar wert sei. Damit wäre er seine Schulden los. Nima hat zwei Jahre lang gespart, um zu diesem «Ticket» zu gelangen. Für zwei von ihr geliebte Menschen ist es der «Fahrschein» zur Freiheit. Er soll ihnen zur Flucht aus Tibet nach New York verhelfen. Der Ausgang der Story soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden.
Eingefrorene Bilder
Die optisch beeindruckendste Idee des Films sind die von Regisseur David Koepp inszenierten «Bike Vision»-Sequenzen. Drei davon kommen im Film vor. «Sie sind eine der coolen Ideen von Koepp», sagt Schauspieler Joseph Gordon-Levitt. «Es zeigt so die entscheidenden Momente des Denkprozesses während des Fahrens auf.» Koepp und seine Leute von der Spezialeffekte-Sparte lassen dafür das Bild einfrieren. Welche Routenwahl ist die richtige? Diverse Möglichkeiten und ihre Konsequenzen werden durchgespielt. Dabei werden für den Zuschauer die Alternativen grafisch aufbereitet und eingeblendet. Je nach Wahl resultieren dabei spektakuläre Zusammenstösse.
Fazit: Mit «Premium Rush» ist David Koepp ein kurzweiliger Actionfilm gelungen, den man aber nicht zu ernst nehmen sollte. Ein echter Popcorn-Film eben.
Der Film
«Premium Rush», USA 2012
Regie: David Koepp
Drehbuch: David Koepp, John Kamps
Schauspieler: Wilee (Joseph Gordon-Levitt), Robert «Bobby» Monday (Michael Shannon), Vanessa (Dania Ramirez), Manny (Wolé Parks), Nima (Jamie Chung), Fahrradpolizist (Christopher Place) und weitere
Kamera: Mitchell Amundsen
Schnitt: Derek Ambrosi, Jill Savitt
Filmmusik: David Sardy
Kostüme: Luca Mosca
Produktionsdesign: Thérèse DePrez
Produktion: Gavin Polone







