Alternativen zum klassischen Doping

Sind die Doping-Kontrollen nur im Radsport streng? Dr. V. Love kennt sich aus.

Dr. V. Love, Velosoph (dr.v.love@velojournal.ch)
VLove, 18.07.2012

Pünktlich zum Beginn der Tour de France kann man der Presse entnehmen, dass das Dopingverfahren gegen den siebenfachen Tour-Sieger Lance Armstrong neu aufgerollt wird. Im Fussball sind Dopinggerüchte auch immer wieder aufgetaucht – und schnell wieder verschwunden. Nun stehen die Olympischen Spiele vor der Tür: Auch bei den Leichtathleten soll Doping mit im Spiel sein. Hier gibt es allerdings immer nur positive Schlagzeilen. Warum aber wird nur bei Velorennen so genau kontrolliert? Wird da mit verschiedenen Ellen gemessen? Und was kann die Velosport-Branche anders machen, damit sie wieder positivere Schlagzeilen schreibt?

Hubert T., Wermetswil

Sehr geehrter Herr Töbeli

Wundern sollten sich die Velosport-Organisatoren nicht, dass bei ihnen strenger kontrolliert wird. Die Art und Weise, wie sich die radelnden Übermenschen stunden- und wochenlang über Pässe quälen, trägt wenig zum Glauben an den sauberen Sport bei. Da werden Herr und Frau Zuschauer ja schon vor dem Fernseher müde. Und dann sollen sie glauben, dass diese Leistungen ohne Hilfsmittel möglich sind?
Vorschlag eins für die Organisatoren der Tour: flachere Pässe nehmen oder E-Bikes zulassen. Die Konzentration auf die leidenden Fahrer gibt Zuschauerinnen und Dopingfahndern aber auch keine Gelegenheit zur Ablenkung. Fussball- und olympische Spiele sind kürzer, und die einzelnen Segmente werden durch Shows unterbrochen. Da gibt es als Fussbälle verkleidete Menschen und lustige Clips der Hauptsponsoren, in denen Fans zu Vögeln mutieren (Doping?).

Deshalb Vorschlag zwei: Abwechslung ins Tour-Programm bringen. Die Fahrer könnten mal mit der Bergrodelbahn fah­ren. Das gäbe auch Synergieeffekte für die Wintersportorte, die ihr Sommerangebot vorstellen wollen. Und die Zuschauer hätten das Gefühl: «Das kann ich auch!»

Wenn das alles nicht klappt, müsste man die Tour einfach in einem korrupteren Land durchführen. In Polen und der Ukraine konzentrierten sich die Behörden aufs Geldverdienen und kündigten Dopingkontrollen 24 Stunden im Voraus an. So wären auch an der Tour schlechte Schlagzeilen bald Geschichte!

Ihr Dr. V. Love

Dr.V.Love@velojournal.ch

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