Dichtestress

Dichtestress im Velounterstand ist ein häufiges Problem. Doch mit etwas Fantasie lässt es sich lösen.

Dr. V. Love, Velosoph (dr.v.love@velojournal.ch)
VLove, 18.05.2016

Lieber Dr. V. Love
In der städtischen Wohnsiedlung, wo ich lebe, teilen sich 24 Erwachsene und 12 Kinder einen (!) Velounterstand von rund 12 Quadratmetern. Dieser hat alle Eigenschaften einer Sardinenbüchse: Neben den Velos der Erwachsenen quetschen sich vier Anhänger für die Kleinen hinein sowie eine stetig wachsende Menge von Kindervelos. Egal, welches dieser Fahrzeuge zu parkieren ist – es ist eine Geduldssache! Und vor dem Gartentor riegelt die «blaue Zone» zuverlässig die Durchfahrt zur Strasse ab, sodass man mit dem Veloanhänger ausgiebig rangieren muss, bis man losfahren kann. Ist es ein Wunder, wenn ich eifersüchtig auf die Autos schaue, die da so bequem parkieren!? Für 300 Franken erwerben ihre Fahrer das Anrecht auf die Fläche eines halben Velounterstands – auf öffentlichem Grund! Wie kann ich mit meinen Gefühlen von Neid und Zorn angesichts dieser Ungerechtigkeit fertigwerden?
Herzliche Grüsse aus Zürich, J.S.

Dichtestress im Velounterstand ist ein häufiges Problem. Doch mit etwas Fantasie lässt es sich lösen.
Was sind das für Zeiten! Probleme allüberall! Hier die besten drei Lösungen gegen Dichtestress im Velounterstand:

1. «Urban Solution»: Sie nehmen Ihr Fahrrad mit in die Wohnung, lehnen es nonchalant im grossen Wohnzimmer an die Wand und fühlen sich gleich ein bisschen urbaner – so es bitzeli loftmässig, gell!? Falls Sie ein E-Bike besitzen, brauchen Sie danach auch kein Abo mehr für den Fitnessclub.

2. «Steal 4 Vans»: Lassen Sie die Tür zum Velounterstand «zufällig» offen (evtl. nachts Licht brennen lassen). Nachdem Profis den ganzen Velopark ausgeräumt haben, legen Sie das Geld der Versicherungen zusammen. Mit den 150000 Franken lassen sich locker zwei, drei sparsame Vans posten, inklusive Parkplatz in der «blauen Zone» vor der Siedlung. Machen Sie Quartier-Car-Sharing, und alles wird gut!

3. «Blue Zone Botellón»: Kaufen Sie vier, fünf 24er-Kartons Büchsenbier, ein paar Flaschen farbigen Wodka, Wein, Prosecco, Obstler, das ganze Programm, und laden Sie Ihre Nachbarschaft zum Gelage: Hängen Sie ab auf den gerade freien Parkplätzen vor dem Haus – werden Sie blau in der «blauen Zone». Zwei, drei Monate allabendlich wiederholen, und Sie werden sehen: Dank milden Eskalationen Ihrer MitbewohnerInnen (zerkratzte Kotflügel, eingeschlagene Autoscheiben, brennende BMW pp.) wird die «blaue Zone» vor Ihrer Siedlung so unattraktiv, dass niemand mehr dort parkieren will. Ausser Sie mit Ihren Velos.

Geht doch. Prost! Ihr Dr. Love


Ihre Fragen an: dr.v.love@velojournal.ch

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