Die ganze Story – das Drehbuch stammt von Uwe Lützen – wird von den Machern von «Dead Fucking Last» natürlich nicht verraten. Aber wir wissen, dass drei Freunde im Zentrum der Handlung stehen. Tom (Michael Neuenschwander), Ritzel (Markus Merz) und Andi (Mike Müller) haben vor zwei Jahrzehnten ein Velokurierunternehmen gegründet. Der Betrieb nennt sich «Die Genossenschaft». Jahrelang waren die drei mit ihrem Kurierdienst die Platzhirsche in Zürich.
Doch auf einmal ist alles anders. Eine neue Truppe ist in der Stadt. Es handelt sich dabei um die «Girls Messengers». Sie bereiten mit ihrem frechen Auftritt den Genossenschaftern Sorgen, der Betrieb steht vor dem Konkurs. Doch so leicht geben die drei Freunde nicht auf. Sie starten eine gewagte Kampagne. Dazu borgen sie sich das Geld ausgerechnet von einem alten Kollegen, aber heutigen Feind, von Fat Frank (Roeland Wiesnekker). Das Leben wird für Tom, Ritzel und Andi aber noch komplizierter. Denn Tom hat sich ausgerechnet in Nina (Oriana Schrage) verliebt, die Chefin des Konkurrenzbetriebes. Derweil wagen Andi und Ritzel sogar einen Einbruch.
Die meisten kennen Mike Müller aus der Satiresendung «Giacobbo/Müller». Auch als Privatmensch ist Müller mit dem Velo mobil. «Ich fahre sehr viel Velo in der Stadt. Zwar nicht so schnell wie ein echter Velokurier, aber vielleicht etwas ‹legaler› und auch nicht mit so viel Zeitdruck.» Was bewog ihn, bei «Dead Fucking Last» mitzuspielen? «Die Frage ‹Was ist es für ein Team?› ist immer entscheidend, ob man in einem Film mitmacht», sagt Müller. Die Filmpartner Markus Merz und Michael Neuenschwander kennt er von gemeinsamen Theaterprojekten. Die Bedingung «gute Leute» war damit erfüllt. Aber auch die Story gefiel ihm. Und: «Es ist höchste Zeit, dass man in Zürich mal einen Velokurier-Film macht», ergänzt er.
Einzelkämpfer mit Gemeinschaftssinn
Was hält Mike Müller denn vom Velofahren in der Stadt Zürich? «Es ist hier manchmal mühsam. Man merkt als Velofahrer von der rotgrünen Regierung nicht viel», enerviert er sich, um gleich etwas milder anzufügen: «Aber es gibt natürlich auch ausgeschilderte, hervorragende Velorouten.» Man müsse sich halt selber an der Nase nehmen und den Signalen folgen. «Doch Velos und Tempo 50, 60 oder gar 70 in der Stadt – das geht einfach nicht zusammen», schliesst der Schauspieler.
Sein Kollege Michael Neuenschwander ist von den mitwirkenden echten Velokurieren besonders beeindruckt. «Es sind Individualisten, Einzelkämpfer, Desperados, die aber ein hohes Bewusstsein für die Gemeinschaft haben.» Schon Neuenschwanders Frau spielte bei einem Velofilm mit. Sie war im Streifen «Hugo Koblet – Pedaleur de Charme» als Mutter des Stars zu sehen. «Ja, die Schweiz wird langsam zur Velofilmnation», scherzt Neuenschwander.
Auch Markus Merz hat die Velokuriere ins Herz geschlossen. Der in Berlin lebende Schauspieler bereitete sich auf die Rolle minutiös vor. «Ich liess mir beim ‹Veloblitz› in Zürich alles über den Job des Velokuriers erklären.» Er verbrachte Zeit mit den Fahrern, sprach viel mit ihnen, auch über Privates.
Aus der echten Velokurierwelt sind Wälde, Pascal, Chris, Toby und Michel. Sie schlüpfen für den Film in Nebenrollen. Für Michel ist die Filmerei eine neue Welt. «Genau deshalb habe ich zugesagt. Um mal so etwas zu erleben», sagt sie. Zwar gebe es von Betrieb zu Betrieb Unterschiede, doch die Kuriere selbst hätten überall die ungefähr gleiche Einstellung. Kein Zweifel: Dem Regisseur Walter Feistle wird es gelingen, in «Dead Fucking Last» ein realitätsnahes Bild der Velokurierszene zu zeichnen.







