Nik Hartmann (40) ist Fernsehprofi, Familienvater, Hundeliebhaber und – was kaum jemand weiss – ein richtiger Gümmeler: In seinem Haus am Ufer des Zugersees ist der Keller voll von Velos. So stehen neben dem Klassiker unter den Reise- und Tourenvelos, dem Papalagi von MTB Cycletech («mein grösster Stolz») auch ein Bike und ein Carbon-Rennrad aus der italienischen Veloschmiede des früheren Radprofis Maurizio Fondriest. Der Renner sei aber langsam «durch». Bereits träumt der SF-Moderator von einem neuen Untersatz.
«Velos finde ich sehr faszinierend», erklärt Hartmann, der Gümmelen erst vor zwei Jahren wieder so richtig entdeckt hat. Seither zieht es ihn mit dem Velo in die Natur – «wenn immer möglich zweimal pro Woche». Noch traut er sich allerdings keine allzu langen Ausfahrten zu.
Velobueb seit Kindheit
Zu seinen bevorzugten Strecken gehört neben der Runde um den Zugersee auch eine Tour über das nahe gelegene Michelskreuz – zum rund 800 Meter über Meer gelegenen Aussichtspunkt an der Kantonsgrenze zu Luzern. Hier geniesst er einen wunderbaren Ausblick vom Zugersee bis ins luzernische Napfgebiet (siehe auch Bericht über das Race against Cancer, vj 5/12). Für grosse Passtouren aber reiche sein Formstand noch nicht, stellt Hartmann fest. Pro Jahr bringt er zwischen 1000 und 2000 Kilometer auf den Zähler.
Bereits in seiner Jugend war Nik Hartmann ein begeisterter Velobueb. Damals bedeutete es «Freiheit und die Möglichkeit, überall hinzukommen, wo man hin wollte». An sein erstes Velo erinnert er sich noch genau: «Ein blaues Kettler-Modell, ein Dreigänger.» Im Alter von 14 Jahren rüstete er auf. Er ergatterte sich 1986 eines der ersten Mountainbikes in der Schweiz. Es war ein Kuwahara mit Schutzblech und «allem Drum und Dran», wie sich Hartmann erinnert. Der nächste Schritt folgte während der Studienzeit in Bern. Damals gab es für ihn nur ein valables Gefährt: das Papalagi – obwohl er das Reisevelo bloss für Fahrten in der Stadt verwendete.
«Ich würde gerne mal eine Trainingsfahrt mit einem Veloprofi machen»
Nik Hartmann
Nik Hartmann sieht sich selbst als Velofetischist: «Während andere eine Harley Davidson kaufen, leiste ich mir für dieses Geld lieber drei Velos.» Allerdings will er sich nicht schubladisieren lassen. «Ich bin weder ein Tourenfahrer noch der angefressene Leistungssportler oder der typische Verkehrsclub-Velofahrer», präzisiert er, «denn ich will einfach in der Natur unterwegs sein und dabei den Kopf durchlüften.» Trotzdem fasziniert ihn der Radrennsport. Bereits früher fieberte er am Fernsehen mit seinen Helden der Tour de France, während es ihm bei seiner eigenen sportlichen Karriere «nur» zum Steuermann in einem Boot des Ruderclubs Cham reichte. Aber zumindest optisch putzt er sich heute wie ein Radprofi heraus – rasierte Beine inklusive.
Traum von der Manne-Buebe-Sendung
Profi-Ambitionen hat der «Feierabendpilot» nur in einer Beziehung: «Ich würde gerne mal eine Trainingsfahrt mit einem Veloprofi machen», sagt Hartmann. Er wolle einmal sehen, wie es sei, am Hinterrad zu kleben und das Tempofeeling erleben. Über Twitter hat der Social-Media-Freak Hartmann in den letzten Monaten Kontakt zu Gregory Rast aufgenommen, der im Sommer in London das olympische Strassenrennen bestritten hatte.
Auch ein zweiter noch unerfüllter Traum ist mit dem Velo eng verbunden. Der Macher der Wandersendung «SF bi de Lüt – über Stock und Stein» hat schon über eine Sendung nachgedacht, in der das Velo eine Hauptrolle spielt. «Das wäre doch was. Da könnte man wunderschöne Landschaftsbilder zeigen.» Ein ausgereiftes Konzept liegt noch nicht vor, aber er weiss schon jetzt: «Die Sendung dürfte wohl kaum länger als eine halbe Stunde dauern – und es müsste eine richtige Manne-Buebe-Sendung sein.»
In eigener Sache
Dies ist der letzte Beitrag von Velojournal-Sportredaktor Pascal Meisser. Während sieben Jahren betreute er mit viel Fachwissen diese Rubrik und inspirierte die Redaktion immer wieder mit weiteren interessanten Themen. Wir wünschen viel Glück und Erfolg bei seiner neuen hauptberuflichen Herausforderung als stellvertretender Chefredaktor von cash.ch.







