Der deutsche Elektromotorenhersteller Bosch nimmt sich der Schaltung an. Das Unternehmen kooperiert mit Shimano, Sram und Fallbrooks, dem Hersteller der «NuVinci»-Nabe, damit die Elektronik der Schaltung mit derjenigen des Motors kommunizieren kann. Die Schaltungen bekommen vom Antriebssystem Informationen über Geschwindigkeit und Trittfrequenz, die Schaltungen teilen ihrerseits dem Motor den Zeitpunkt des Schaltvorgangs mit, damit dieser die Motorkraft kurzzeitig reduziert. Dadurch wird der Schaltvorgang sanfter, schonender und schneller.
«NuVinci» nützt die Informationen des Motors für die eigene Schaltautomatik. Im Vergleich zur ersten automatischen Übersetzungsgeneration stehen der stufenlosen Schaltung nun viel genauere Informationen zur Verfügung. Zudem werden die Bedienungstasten und das Display von Bosch benutzt, ein separater Schalthebel mit eigener Anzeige ist nicht mehr nötig.
Shimano kombiniert die elektronischen «Alfine»- und «Nexus»-Nabenschaltungen mit der Bosch-Elektronik. Diese nutzen allerdings den eigenen Schalthebel, die Anzeige ist aber ebenfalls im Bosch-Display vereint. Dieses gibt während der Fahrt mit kleinen Pfeilen Schalt-Empfehlungen.
Die Möglichkeiten von Bosch nutzt auch Sram und rüstet die «DualDrive»-Schaltung mit einer Halbautomatik aus: Die drei Gänge der Nabenschaltung werden automatisch gewechselt, die zehn Gänge der Kettenschaltung nach wie vor von Hand. Am Lenker gibt es so nur noch einen Hebel.
Auf die Saison 2015 hin bringt Bosch ein Reiseladegerät auf den Markt. Ab Herbst lieferbar ist das «Nyon»-Display, welches zu den Elektrovelo-Funktionen auch noch GPS-Navigations- und Fitness-
Funktionen integriert hat. Zudem teilt der Konzern mit, dass die erste Motorengeneration («Classic Plus») nicht mehr weiter produziert werde. Ersatzteile wird es aber weiterhin geben.
Vom All auf die Strasse
Der Schweizer Hightech-Motoren-Hersteller Maxon will mit einem eigenen Elektrovelo-Antriebssystem auf den Markt kommen. Die Obwaldner Firma wurde mit ihren Motoren für das Marsmobil weltbekannt. Bei der Entwicklung stand vorerst der Einsatz bei Mountainbikes im Fokus. So spiele der Motor gemäss den Maxon-Ingenieuren seine Stärken besonders bei sehr steilen und langen Aufstiegen aus. Steigungen bis 20 Prozent seien kein Problem, 12-Prozent-Aufstiege mit 30 km/h zu meistern.
Das Antriebssystem besteht aus einem Hinterradmotor, welcher weniger als drei Kilo wiegt. Er verfügt über ein Getriebe, am Nabengehäuse sind markante Kühlrippen angebracht. Gesteuert wird der Motor über einen Trittfrequenz-Sensor. Die Unterstützung kann über einen einfachen Drehgriff am Lenker während der Fahrt manuell reguliert und auch zu- und ausgeschaltet werden.
Auf einer ersten Testfahrt zeigte sich der Antrieb ausserordentlich kräftig und beschleunigungsstark. Die Geräusche des Vorserienmodells waren aber noch etwas laut.
Maxon möchte zur Saison 2015 die ersten Fahrradhersteller mit ihrem Antriebssystem beliefern. Ganz neu ist die Zusammenarbeit mit der Velobranche für Maxon nicht: Die Firma produziert schon den Stellmotor für das elektronische Schaltsystem «EPS» von Campagnolo. Auch die Motoreneinheit für den Vivax-(vormals Gruber-)Antrieb stammt von Maxon.
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