Die Stadt Bern ist seit acht Jahren Splints Heimat. «Als ich in diese Stadt kam, kannte ich niemanden. Ich begann bei der Genossenschaft Velokurier Bern zu arbeiten und fand sofort Anschluss.» Heute möchte er an keinem anderen Ort als Kurier arbeiten. Für Splint sind die fast 40 Berner Velokuriere zu seiner zweiten Familie geworden. Im Kurier-Job ist er sich einiges gewöhnt. Einmalig ist aber eine Begebenheit, die sich vor drei Jahren ereignete: Er war im Breitenrain-Quartier im Einsatz, wo gerade ein Gebäude in Flammen stand. Die Feuerwehr war noch nicht vor Ort. Er erfuhr, dass sich noch eine ältere Frau im brennenden Haus befand. Kurzerhand stürmte er hinein und brachte die Frau in Sicherheit. Er setzte sie bei einer Parkbank ab und gab sie – nicht ohne ein paar aufmunternde Worte zu verlieren – einem verdutzten Nachbarn in Obhut. Schnell stieg er wieder aufs Rad und fuhr weiter. Schliesslich hatte er einen Job zu erledigen.
Seit zwei Jahren tritt Splint als Kurierfahrer und ausgebildeter Mountainbikelehrer etwas kürzer. Er arbeitet jetzt Teilzeit als Velomechaniker im Velokurierladen. Und vor zehn Monaten ist er zum zweiten Mal Vater geworden. Zusammen mit seiner Frau Nathalie führt er einen autofreien Haushalt. Zwei Veloanhänger gehören zum Velofuhrpark. Kürzlich kam noch ein Rennvelo dazu – ein Unikat mit Scheibenbremsen: Splint baute es im Laufe eines Rahmenbaukurses selbst zusammen. Der gelernte Möbelschreiner und spätere Modellbauer hat ein Faible für Werkstoffe und Fertigungstechniken. Löten sei aber etwas vom Schwierigsten gewesen, das er gelernt hat. Jetzt, wo sein Traumvelo im Einsatz steht, ist Schluss mit dem Rahmenbau. Sein neustes Projekt ist eine Postkartenedition – natürlich mit Velosujets. Mit 15 Jahren begann er zu fotografieren. Einige seiner Fotos wurden im 2008 publizierten Buch zum 20-Jahr-Jubiläum der Berner Velokuriere veröffentlicht.







