Dieses Jahr wird «bike to work» bereits zum zehnten Mal durchgeführt. Die Mitmachaktion ist beliebt und erfolgreich. Rund 50?000 Personen aus verschiedenen Berufsgruppen setzen sich jeweils während des Aktionsmonats – dieses Jahr vom 1. bis 30. Juni – für ihren Arbeitsweg auf den Fahrradsattel. Um die velofördernde Aktion zu stärken und regional zu verankern, sei man froh über die Mitarbeit von regionalen Pro Velos, sagt «Bike to work»-Koprojektleiterin Jeannette Morath. Die Regionalverbände könnten Betriebe angehen und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Blickfang für Events
Die Velowaschanlage des Schweizer Anbieters Wexxelzone ist neben vielen anderen eine neue Möglichkeit für die Zusammenarbeit von Regionalverbänden und «bike to work». Die Velowaschanlage zeichnet sich laut Informationen des Anbieters durch ihren geringen Platz- und Wartungsbedarf aus. Beim ersten Anblick erinnert sie an ein kleines Gartenhaus aus Holz. Die Waschstation verfügt über eine Sattelfixierung für alle gängigen Sattelarten – so steht das Fahrrad während des Waschvorgangs sicher und aufrecht. Um die Zweiräder abzuspritzen, bietet die mobile Station einen fix angebrachten Schlauch mit einer Düse, wie man sie von Hochdruckreinigern kennt. Der Wasserdruck ist jedoch reduziert, sodass empfindliche Komponenten des Velos keinen Schaden nehmen (siehe auch «Frühlingsputz» in Velojournal 2/2014).
Benutzerinnen und Benutzer können für einen Franken oder mit Jetons die Anlage benutzen. Dabei bietet sich Zeit und Gelegenheit, mit Pro Velo ins Gespräch zu kommen und sich über «bike to work» zu informieren. «Wir wollen den Regionalverbänden helfen, kostengünstig eine auffällige Aktion durchzuführen», erläutert Jeannette Morath gegenüber Velojournal. Pro Velo kommt denn auch für Transport und Aufbau der Waschanlage auf, und Wexxelzone verzichtet auf eine Mietgebühr für Regionalverbände. Diese müssten einzig eine allfällige Platzreservierung sowie die Betreuung und Bewerbung eines Anlasses übernehmen, sagt Morath. Als Einsatzorte eignen sich laut der Koprojektleiterin etwa Velobörsen oder Infostände an einem SlowUp.
«Boxenstopp» in Bern
In Bern wurde die Velowaschstation bereits mit Erfolg eingesetzt. Die städtische Pro Velo hat den «Boxenstopp» auf dem Waisenhausplatz veranstaltet. Dabei wurden Kandidatinnen und Kandidaten des Grossrats – des kantonalen Parlaments – eingeladen, die Velos von Passantinnen und Passanten zu putzen. Mit dabei war auch David Stampfli, Präsident der Stadtberner Velolobby und SP-Grossratskandidat.
Die Velowaschanlage sei einfach zu bedienen und habe tadellos funktioniert, sagt Stampfli auf Anfrage von Velojournal. Der Wasserdruck sei wirklich nicht so stark wie bei einem Hochdruckreiniger. Schäden an Velos habe es jedenfalls keine gegeben. Man habe Velos von Passantinnen und Passanten gut vom gröbsten Dreck befreien können. «Um die Fahrräder blitzblank zu bekommen, braucht es aber anschliessend noch einen Lappen und Handarbeit», sagt David Stampfli. Er zieht ein durchwegs positives Fazit. Die Aktion sei gut angekommen und zahlreiche Passanten hätten vom Waschangebot Gebrauch gemacht. Während des Putzens seien gute Gespräche mit den Velobesitzerinnen und -besitzern entstanden.
Auch Firmen profitieren
Jeannette Morath ist via Internet und Facebook auf das Unternehmen Wexxelzone aufmerksam geworden. Man habe schon länger neue Angebote in «bike to work» integrieren wollen. Als Grund nennt sie eine 2013 durchgeführte Teilnehmerbefragung. Diese habe ergeben, dass ein Drittel der Betriebe sich zusätzliche Angebote wünscht, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen über «bike to work» hinausgehenden Zusatznutzen zu bieten. Die Waschanlage könnte genau so einer sein.
Im Gegensatz zu den Regionalverbänden steht die Anlage den Firmen aber nicht kostenlos zur Verfügung. Ob das Angebot von den Firmen geschätzt werde, müsse sich zeigen, sagt Koprojektleiterin Morath. «Bilanz ziehen wir nach ‹bike to work› 2014 und hoffen, dass möglichst viele Firmen im Aktionsmonat Juni die Waschanlage buchen.»
Neue Teilnehmer gesucht
Während «bike to work» bisher vor allem Teilnehmende anzog, die in Büros arbeiten, will die Kampagne nun bei den Berufsgruppen mehr in die Breite gehen. «‹Büezer› sollen sich von der Aktion genauso angesprochen fühlen wie Professoren», sagt Jeannette Morath, Koprojektleiterin von «bike to work». Um das zu erreichen, wurde eine Dreijahreskampagne lanciert. Diese soll Berufsgruppen ansprechen, die noch wenig Kontakt mit «bike to work» hatten.







