Woran erkennt man, dass die Frühlingsferien angefangen haben? Ganz einfach: Das Online-Portal von «Tages-Anzeiger» und «Berner Zeitung» kramt mangels Aktualität die alten Ladenhüter hervor, allen voran «die Deutschen» und «die Velorowdys». Bei Letzteren war dieses Mal immerhin eine neue Variante dran, nämlich «die TrottoirfahrerInnen». Und ja, ich gestehe – die gehen mir auch auf den Keks. Ich finde es schon sehr mühsam, wenn die offizielle Veloroute via Trottoir geführt wird, denn ausser vielleicht mitten in der Nacht kommt man auf solchen Strecken einfach nicht vorwärts – von jederzeit möglichem Ärger mit FussgängerInnen, die einen von «ihrem» Trottoir runterzustossen versuchen, ganz zu schweigen.
Aber in besagtem Artikel ging es um diejenigen, die quasi standardmässig das Trottoir befahren und dabei weder ihr Tempo anpassen noch sonst gross Rücksicht nehmen auf die FussgängerInnen. Und ja, so sehr ich mich normalerweise über das VelofahrerInnen-Bashing ärgere, auf das dieses Online-Portal offenbar nicht mehr verzichten kann – wo die Online-RedaktorInnen recht haben, haben sie recht: Trottoirfahren geht gar nicht.
Mehr noch: Trottoirfahren ist ein verkehrspolitisches Eigengoal. Denn wenn es irgendwo «leider keinen Platz» hat für einen Veloweg, dann liegt das nicht daran, dass in dieser Stadt oder in diesem Dorf halt die Trottoirs so breit sind. Nein, es liegt daran, dass sich die altmodischsten VerkehrsteilnehmerInnen, jene mit der Tonne Blech unter dem Füdli, nach wie vor und Klimawandel hin oder her fast den ganzen verfügbaren Platz unter den Nagel reissen – und sich dann ins Fäustchen lachen, wenn sich die Nichtmotorisierten um die Reste balgen. Und nein: So blöd, ihnen dafür noch die Steilvorlage zu liefern, wollen wir nun wirklich nicht sein. Viel gescheiter nehmen wir uns selbstbewusst den Platz auf der Strasse, der uns zusteht. Wobei: Dem Velo gehörte eigentlich sowieso überall der rote Teppich ausgerollt. Damit das auch wieder mal gesagt ist …
Nicole Soland ist Redaktorin bei der Zürcher Wochenzeitung «P.S.».







